Zu seiner letzten Tagung als SaZ‑Beauftragter begrüßte Oberstabsfeldwebel a. D. Jürgen Schreier 28 Soldaten auf Zeit sowie SaZ‑Ansprechpartner. Foto: IK

Zu seiner letzten Tagung als SaZ‑Beauftragter begrüßte Oberstabsfeldwebel a. D. Jürgen Schreier 28 Soldaten auf Zeit sowie SaZ‑Ansprechpartner. Foto: IK

04.03.2026
IK

SaZ‑Tagung des Landesverbands Süddeutschland setzt klare Impulse für Reformen und Zusammenhalt

Mit einer Mischung aus Analyse, Erfahrungsberichten und deutlichen Forderungen eröffnete der Landesverband Süddeutschland seine zweitägige SaZ‑Tagung im Lobinger Hotel in Giengen. Für Oberstabsfeldwebel a. D. Jürgen Schreier war es zugleich die letzte Tagung als SaZ‑Beauftragter mit Soldaten auf Zeit sowie SaZ‑Ansprechpartner aus Truppenkameradschaften. Im Zentrum standen vier Themen, die die aktuellen Herausforderungen der Bundeswehr spiegeln: der neue Wehrdienst, die Arbeit der Frauengruppe im DBwV, die Veteranenpolitik sowie die Interessenvertretung der Soldaten auf Zeit.

Wehrpflicht, Personal, Infrastruktur: Landesvorsitzender zeigt Handlungsbedarf auf 

Landesvorsitzender Oberstleutnant a. D. Josef Rauch zeichnete ein realistisches Bild der sicherheitspolitischen Lage. Trotz Zeitenwende stehe die Bundeswehr vor massiven Aufgaben. Rauch warnte vor den Folgen autokratischer Politik und kritisierte einen Mangel an politischer Entschlossenheit. Personalgewinnung, militärisches Bauen, Rüstungsindustrie und eine kriegstaugliche Verwaltung seien zentrale Baustellen. Zudem müsse die gesellschaftliche Debatte über Wehrdienst und staatliche Resilienz offener geführt werden. Zu den Kernforderungen des DBwV zählte er die Reaktivierung der Wehrpflicht, Bürokratieabbau und die Stärkung des Sanitätsdienstes. Für SaZ seien bessere Qualifizierungen, flexiblere Verpflichtungszeiten und verpflichtende Übergangsseminare wichtige Forderungen des DBwV. 

Neuer Wehrdienst im Fokus: Kritik aus juristischer und verbandspolitischer Sicht

DBwV‑Justitiar Christian Sieh beleuchtete die Einführung des neuen Wehrdienstes und sparte nicht mit Kritik: Die Reform sei politisch geprägt und verfehle das Ziel eines schnellen Personalaufwuchses. Infrastruktur, Ausbildung und Material seien unzureichend berücksichtigt. Besonders problematisch sei die geplante Führung der Wehrdienstleistenden als SaZ – ohne klare Perspektive. Der Verband fordert deshalb ein neues begleitendes Artikelgesetz, um lang dienende SaZ besser abzusichern und die Dienstzeitversorgung zu modernisieren.

Auch der per WebEx zugeschaltete stellvertretende Bundesvorsitzende Marcus Meißner ordnete das neue Wehrdienstgesetz ein. Zwar verlaufe der personelle Aufwuchs laut BMVg positiv, doch Reformbedarf bleibe – etwa bei Einsatzversorgung, Mindestdienstzeiten sowie der praktischen Umsetzung im Ausbildungsbetrieb. 

Neue Akzente: Die Arbeit der Frauengruppe im DBwV

Hauptmann Maria Holz stellte die 2026 neu gegründete Frauengruppe des DBwV vor. Zum 25. Jahrestag des Kreil‑Urteils betonte sie die Bedeutung weiblicher Karrierewege in der Bundeswehr. Ihr Hinweis auf das neue Buch „Kameradschaft und Kampfgeist“ unterstrich, welche Rolle Vorbilder und Erfahrungsberichte spielen. Die Frauengruppe will Missstände offen ansprechen, aber auch konkrete Lösungsvorschläge aus Sicht der Soldatinnen einbringen.

Engagement, das etwas bewegt: Warum Mitmachen zählt

Hauptfeldwebel Marvin Schäfer zeigte am eigenen Beispiel, wie aktive Verbandsarbeit – von der Gründung einer TruKa bis zur Beteiligung im VP‑Ausschuss – konkrete Veränderungen bewirken kann. Sein Bericht unterstrich, dass engagierte SaZ und Mannschaftsdienstgrade zunehmend Verantwortung übernehmen und Forderungen direkt in die Verbandsgremien einbringen. Sein Vortrag war eine Werbung für mehr ehrenamtliches Engagement!

Erinnern und Anerkennen: Die „Tour of Valour“

Stabsfeldwebel Stefan Huss berührte das Publikum mit seinem Vortrag über die „Battlefield Cyclist – Tour of Valour“. Die beeindruckenden Einblicke in die Tour 2025 und die für 2026 geplante internationale „Tour of Honor“ machten deutlich, wie wichtig die öffentliche Anerkennung Gefallener und Einsatzgeschädigter ist – ein emotionaler Höhepunkt der Tagung. 

Workshops zu vier Kernanliegen der Zeitsoldaten

In Workshops zu Frauen in der Bundeswehr, Veteranenpolitik, Verbandsarbeit sowie den Herausforderungen des neuen Wehrdienstes diskutierten die Teilnehmer intensiv. Deutlich wurde der Wunsch nach klaren Strukturen, mehr Wertschätzung und verlässlicheren Rahmenbedingungen für SaZ. 

Der designierte Landesgeschäftsführer Daniel Grabmann präsentierte die vielfältigen Unterstützungsangebote des Verbandes – von Aus- und Weiterbildung über individuelle Beratung bis zur Veteranenarbeit. Er machte deutlich, dass der DBwV „Gewerkschaft“, Netzwerk und politische Stimme zugleich ist und die Mitglieder in allen Phasen der militärischen Laufbahn begleitet.

Am Ende der Tagung blickte Jürgen Schreier auf die Entwicklung des SaZ‑Teams im Landesverband Süddeutschland zurück. Viele seiner Impulse hätten sich bewährt und zu neuen Veranstaltungsformaten geführt. Gleichzeitig habe sich die Vertretung der SaZ in den Führungsebenen des DBwV deutlich verbessert. Mit dem Wunsch, dass sein designierter Nachfolger Stabsfeldwebel Stefan Huss diesen Weg konsequent weiterführt, verabschiedete sich Schreier nach vielen Jahren engagierter Arbeit von der SaZ‑Gemeinschaft.

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