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Immer wieder nimmt die russische Armee ukrainische Städte ins Visier. Diesmal kommen auch westliche Journalisten zu Schaden. Der ukrainische Präsident findet dafür deutliche Worte.
Kiew. Nach dem tödlichen russischen Artilleriebeschuss eines Hotels mit ausländischen Journalisten in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Attacke scharf verurteilt. «Dies ist der tägliche russische Terror», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Welt müsse schnell und entschlossen handeln, um den Aggressor Russland zu stoppen. «Zeit bedeutet Verluste. Und je länger wir warten müssen, desto mehr Schaden wird Russland anrichten können.»
Bei dem Beschuss in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk war ein Hotel getroffen worden, in dem ein sechsköpfiges Team der Nachrichtenagentur Reuters übernachtete. Ein britischer Sicherheitsberater der Journalisten wurde getötet, seine Leiche konnte erst Stunden später geborgen werden. Daneben wurden zwei weitere Journalisten verletzt, unter ihnen ist ein Deutscher.
Im Tagesverlauf starben in der ostukrainischen Stadt Sumy außerdem mindestens vier Menschen durch russischen Artilleriebeschuss. Weitere 13 Zivilisten wurden verletzt.
Selenskyj nahm diese Angriffe zum Anlass, die Weltgemeinschaft aufzurufen, mehr Druck auf den «terroristischen Staat» auszuüben, der seit zweieinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Neben der vollständigen Umsetzung der Sanktionen gegen Moskau forderte Selenskyj einmal mehr die Nutzung eingefrorenen russischen Geldes zugunsten seines Landes. Er erinnerte an einen Beschluss der sieben großen westlichen Industriestaaten (G7), der Ukraine einen Kredit von 50 Milliarden Dollar zu gewähren, der durch Zinserträge aus eingefrorenem russischen Vermögen abgesichert werden soll.
Ukraine beobachtet Truppenaufmarsch in Belarus
Die ukrainische Regierung bestätigte die vom Nachbarland Belarus vor einer Woche angekündigte Truppenverstärkung an der Grenze. Nach Angaben des Außenministeriums in Kiew wurden in der Region Gomel in Belarus neue Einheiten mit Panzern, Artillerie und Flugabwehr beobachtet. Daneben seien auch Söldner der ehemaligen russischen Wagner-Truppe erkannt worden.
Das ukrainische Außenministerium rief die Verantwortlichen in Minsk auf, «unter dem Druck Moskaus keine für das eigene Land tragischen Fehler zu begehen» und die Truppen auf eine angemessene Entfernung von der gemeinsamen Grenze zurückzuziehen. Zugleich wurde in Kiew betont, man plane «keine wie auch immer gearteten feindlichen Aktionen» gegen das belarussische Volk.
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte erst vor wenigen Tagen Truppenverstärkungen in Richtung der Grenze zur Ukraine angekündigt. Als Grund dafür nannte er starke Truppenansammlungen auf ukrainischer Seite. Dort habe die Ukraine bis zu 120.000 Soldaten stationiert, behauptete er.
Das mit Russland verbündete Nachbarland ist nicht aktiv am Krieg gegen die Ukraine beteiligt. Allerdings hat Lukaschenko im Februar 2022 den Vorstoß russischer Truppen aus Belarus heraus in die Ukraine erlaubt. Nach schweren Rückschlägen und Verlusten beim versuchten Vorstoß gen Kiew mussten sich diese russischen Einheiten zurückziehen.
Lage an den Fronten der Ostukraine weiter angespannt
Im Osten der Ukraine dauern die schweren Kämpfe rund um den Donbass unvermindert an. Einmal mehr waren es die Orte Pokrowsk und Torezk, gegen die russische Truppen wiederholt vorstießen. Zu der bereits angelaufenen Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Pokrowsk gab es weiterhin keine konkreten Angaben.
Bei ihrem Vorstoß in die westrussische Region Kursk erzielten die ukrainischen Verbände nach eigener Darstellung weitere Erfolge. «Wir rücken in der Region Kursk weiter vor - bis zu drei Kilometer», sagte Selenskyj. Die ukrainischen Truppen hätten zwei weitere Siedlungen unter ihre Kontrolle gebracht und weitere Kriegsgefangene genommen.
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