09.09.2020
dpa

Taliban greifen Afghanistans ruhige Provinz Pandschschir an

Kabul. Kurz vor dem geplanten Auftakt innerafghanischer Friedensgespräche haben die militant-islamistischen Taliban die ruhige Provinz Pandschschir angegriffen. Eine unbekannte Zahl von Talibankämpfern sei am frühen Morgen in die Provinz eingedrungen, wie lokale Behördenvertreter am Dienstag (8. September) mitteilten. Demnach gab es Gefechte und Geiselnahmen. Sicherheitskräfte brachten die Lage mit Hilfe von Einwohnern wieder unter Kontrolle. Die Taliban reklamierten den Überfall für sich.

Die afghanische Regierung verurteilte die Attacke. «Diese Angriffe zerschlagen die Hoffnungen von Millionen von Afghanen, die von Frieden träumen und sich auf den Beginn von Friedensgesprächen und ein Ende der Gewalt freuen», schrieb Regierungssprecher Sedik Sedikki auf Twitter.

Pandschschir ist eine der wenigen Provinzen Afghanistans, in der die Taliban keine Gebiete kontrollieren. Sie ist gleichzeitig Geburtsort des Nationalhelden Ahmad Schah Massoud, der bei einem Anschlag vor 19 Jahren getötet wurde. Afghanistans Regierung gedachte am Dienstag dem Todestag Massouds, der als brutaler Widerstandskämpfer gegen die Taliban berühmt wurde.

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