Teilnehmer der KERH Pfullendorf auf ihrem historischen Ausflug im Kloster Maulbronn mit den berüchtigten Klappsitzen in den Chorgestühlen (Bild rechts): die Familien Zoller (v.l.), Schweikart, Greß, Gast und Ferner. Foto: Sascha Ferner

Teilnehmer der KERH Pfullendorf auf ihrem historischen Ausflug im Kloster Maulbronn mit den berüchtigten Klappsitzen in den Chorgestühlen (Bild rechts): die Familien Zoller (v.l.), Schweikart, Greß, Gast und Ferner. Foto: Sascha Ferner

29.06.2026
Von Sascha Ferner

Wenn Mönche einnicken: Warum man im Kloster die Klappe halten sollte

Pfullendorf/Maulbronn. Am dritten Sonntag im Juni 2026 begab sich die Kameradschaft ERH Pfullendorf auf historischer Spurensuche im Kloster Maulbronn – genauer gesagt auf die Spur eines der wohl bekanntesten deutschen Ausrufe: „Halt die Klappe!“. Dies stammt nicht etwa aus einem hitzigen Stammtischgespräch, sondern reicht tief in die Geschichte des 11. Jahrhunderts zurück.

Fündig wurde die gut gelaunte Reisegruppe im ehrwürdigen Kloster Maulbronn. Dort erklärte man ihnen die erstaunlich handfeste Herkunft des Spruches: Die berüchtigten Klappsitze in den Chorgestühlen hatten es nämlich in sich. Wer als Mönch während langer Gebete unachtsam einnickte, wurde beim Hochschnappen der Sitzfläche jäh und vor allem lautstark geweckt. Ein kräftiges „Klapp!“ am Anschlag ließ keine Zweifel daran, dass hier jemand kurzzeitig den Kontakt zur geistlichen Welt verloren hatte. Wollte man dem Geräusch entgehen, blieb nur eine Lösung: die Klappe festhalten. Ein Rat, der offenbar bis heute überdauert hat.

Neben dieser ebenso lehrreichen wie amüsanten Führung durch die Klosteranlage zog es insbesondere die Damen der Gruppe in den geheimnisvollen Kräuterhexenshop. Ob dort lediglich nach duftenden Souvenirs gestöbert oder vielleicht doch der eine oder andere Zaubertrunk entdeckt wurde, bleibt – ganz im Sinne der Tradition – unter Verschluss.

Auch kulinarisch wurde der Ausflug zu einem vollen Erfolg. Bereits im Bus sorgten erfrischende Getränke für gute Stimmung, bevor zur Mittagszeit ein Waldgasthaus in Maulbronn angesteuert wurde. Dort überzeugte nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität der Speisen. Satt und zufrieden ließ man den Tag später stilvoll ausklingen – wahlweise mit einem erfrischenden Eis oder einem Klostergebräu, das vermutlich selbst die alten Mönche zustimmend genickt hätten (sofern sie ihre Klappe rechtzeitig gehalten hätten).

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