Die Mitglieder der KERH Memmingen in der Ausstellung „Erinnerungsort Weingut II“ mit Vorsitzendem Hauptmann a.D. Detlef Döring (links) und Hauptmann Gerhard Bechtold (rechts). Foto: Detlef Döring

Die Mitglieder der KERH Memmingen in der Ausstellung „Erinnerungsort Weingut II“ mit Vorsitzendem Hauptmann a.D. Detlef Döring (links) und Hauptmann Gerhard Bechtold (rechts). Foto: Detlef Döring

21.09.2026
Detlef Döring

Wo Erinnerung zur Verantwortung wird - KERH Memmingen am Erinnerungsort Weingut II

Der Erinnerungsort Weingut II in der Welfen-Kaserne bei Landsberg am Lech ist ein bedeutender Ort des Gedenkens an die Opfer nationalsozialistischer Zwangsarbeit. Dort entstand 1944/45 unter menschenverachtenden Bedingungen eine unterirdische Rüstungsanlage, deren Bau von rund 23.000 KZ-Häftlingen erzwungen wurde. Tausende von ihnen verloren durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung und Gewalt ihr Leben.

Auf dem auf historischem Boden der Welfen-Kaserne ist heute das Luftwaffeninstandsetzungszentrum 13 stationiert. Hauptmann Gerhard Bechtold führte die Teilnehmer der KERH Memmingen in die Geschichte des ehemaligen Rüstungsbunkers ein. Das nationalsozialistische Regime plante im Iglinger Forst eine bombensichere Produktionsstätte für Jagdflugzeuge. Von der gigantischen Anlage wurden bis zur Befreiung durch US-amerikanische Truppen im April 1945 lediglich 233 Meter fertiggestellt.

Heute erinnert die seit 2011 bestehende militärgeschichtliche Sammlung „Erinnerungsort Weingut II“ eindrucksvoll an das Leid der Häftlinge und die Dimension des Bauvorhabens. Modelle, Dokumente, Zeitzeugnisse und rekonstruierte Unterkünfte machen die unmenschlichen Lebensbedingungen der Gefangenen nachvollziehbar.

Besonders bewegend ist das Kunstwerk „Berührungspunkt“ der Künstlerin Ester Glück. Dreizehn vergoldete Betonhände in der Bunkerwand erinnern an jene Häftlinge, die während der Bauarbeiten ums Leben kamen, und stehen zugleich symbolisch für alle Opfer dieses Ortes.

Der Besuch machte deutlich: Weingut II ist weit mehr als ein Relikt der Vergangenheit. Der Erinnerungsort bewahrt die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und mahnt, Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Passend dazu verabschiedete Hauptmann Bechtold die Gruppe mit den Worten des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer: „Ihr seid nicht für das verantwortlich, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

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