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Beim Ortskräftekongress diskutierte Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert (r.) mit Prof. Sara de Jong (l.), Miroslava Paskova von der tschechischen Veteranenvereinigung Spolek Vlci Maky und dem Vorsitzenden des Patenschaftsnetzwerks Ortskräfte e. V., Marcus Grotian. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Beim Ortskräftekongress wurde auf die Lage jener aufmerksam gemacht, die noch immer auf ihre Ausreise warten – und diskutiert, was man in Zukunft besser machen kann.
Berlin. Manchmal hat man das Gefühl, dass der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr schon Ewigkeiten zurückliegt – so viel ist in den Jahren seit dem Abzug im Sommer 2021 in der Welt passiert. Dass in Afghanistan die Taliban ihre Macht seitdem zementiert haben und die Bevölkerung unterdrücken – vor allem Mädchen und Frauen leiden – wird von der Öffentlichkeit in Deutschland und Europa kaum mehr wahrgenommen. Vergessen wird auch immer wieder, dass noch etliche Ortskräfte in Afghanistan oder im benachbarten Pakistan – dort sind es etwa 200, einschließlich ihrer Familienmitglieder – ausharren, nicht wissend, ob und wann sie nach Deutschland ausreisen dürfen.
Auf die Situation dieser Menschen macht das Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte (PAO) seit seiner Gründung vor zehn Jahren immer wieder aufmerksam – jüngst beim vierten Ortskräftekongress des Vereins in der Französischen Friedrichstadtkirche zu Berlin. Für den Deutschen BundeswehrVerband war Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert dabei. Auch der Stellvertreter des Bundesvorsitzenden stellte fest, dass die Situation für viele Afghanen immer schwieriger werde, vier Jahre nach dem abzug des Westens. Dazu las Oberstleutnant i.G. Bohnert eine Passage aus einem demnächst erscheinenden Buch eines deutschen Soldaten vor, der sich völlig unvorbereitet im August 2021 in Kabul wiederfand und in einem Klima der Angst und der Gewalt vor den Toren des Flughafens schwierige Entscheidungen treffen musste: Wer wird ausgeflogen, wer wird zurückgewiesen? „Die militärische Evakuierungsoperation hat uns alle betroffen – sie geht uns alle an“, sagte Bohnert.
Größere Auslandseinsätze sind aktuell kein Thema – dennoch war der Blick war beim Ortskräftekongress auch nach vorn gerichtet. Was könnte man künftig besser machen? Auffällig ist, dass die Staaten völlig unterschiedlich mit ihren Ortskräften umgehen. Die Niederländerin Prof. Sara de Jong von Local Staff International e.V. hat sich mit diesem Aspekt beschäftigt und untersucht, wie Ortskräfte nach Tätigkeiten klassifiziert werden oder welchen legalen Status sie in den jeweiligen Staaten erhalten. Fragen, die zu Beginn eines Einsatzes geklärt sein sollten – und nicht erst, wenn es schon zu spät ist. Der Bericht von Prof. de Jong ist hier einsehbar.
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