Kurz vor dem Start in Taschkent: Der Airbus A400M konnte in Kabul landen und Medienberichten zufolge 120 Passagiere aufnehmen. Foto: Bundeswehr

Kurz vor dem Start in Taschkent: Der Airbus A400M konnte in Kabul landen und Medienberichten zufolge 120 Passagiere aufnehmen. Foto: Bundeswehr

17.08.2021
Yann Bombeke

Zweite Bundeswehrmaschine fliegt 125 Menschen aus Afghanistan aus

Die Evakuierungsmission geht jetzt weiter: Eine zweite Bundeswehrmaschine ist am Mittag in Kabul gelandet und hat nach Angaben der Bundeswehr 125 Personen aufgenommen.

Die Situation am Kabuler Flughafen hat sich offenbar wieder etwas beruhigt – Flugzeuge verschiedener Nationen konnten in den vergangenen Stunden landen und Passagiere aufnehmen. Unter anderem flogen Frankreich und Indien Landsleute sowie afghanische Ortskräfte aus. Um die Mittagszeit ist auch ein zweiter Airbus A400M der Luftwaffe gelandet und mittlerweile auch wieder gestartet. Das Flugzeug wird in Kürze wieder in usbekischen Hauptstadt Taschkent erwartet.

Dieses Mal sollen sich nach Angaben der Bundeswehr 125 Menschen an Bord befinden – deutlich mehr als die sieben Passagiere, die in der Nacht beim ersten Evakuierungsflug der Bundeswehr aufgenommen wurden, was für viel Kritik und Spott im Netz sorgte. Dass nur so wenige Menschen mitfliegen konnten, begründete das Auswärtige Amt mit der unsicheren Lage am Boden: So sei es an den Zugangspunkten zum Flughafen zu Schießereien gekommen, zudem hätte aufgrund der nächtlichen Ausgangssperre nur wenige Menschen zum Flughafen kommen können. Bei den nun ausgeflogenen Personen soll es sich um deutsche Staatsbürger, afghanische Ortskräfte und weitere zu Schützende handeln.

In den kommenden Tagen sollen die Airbus A400M der Luftwaffe zwischen Taschkent und Kabul pendeln und so lange es geht, so viele Menschen wie möglich rausholen, so Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Morgen in der ARD.

Tagesbefehl von Ministerin und GI

In einem aktuellen Tagesbefehl gehen die Verteidigungsministerin und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, auf die laufende Evakuierungsmission ein. Es sei „schmerzhaft und erschütternd“, dass viele Errungenschaften der vergangenen 20 Jahre durch die Taliban nun zurückgeschraubt würden. Die nun mit den Evakuierungsaufgaben betrauten Kräfte verfügten „über alle operativen Freiheiten, um vor Ort eigenständig zu entscheiden, wie sie ihren Auftrag in dieser außerordentlichen Lage ausführen“.

Die Bundeswehr habe in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan alle militärischen Aufträge erfüllt, die ihr der Bundestag erteilt hat, heißt es weiter im Tagesbefehl. Und weiter: „Alle Afghanistanveteranen können ungeachtet der aktuellen Entwicklungen mit Stolz auf ihren Dienst und ihre Leistungen blicken. Dadurch ehren sie auch all jene, die gestorben und gefallen oder an Leib und Seele verwundet wurden.“

 

Aktualisiert am 17. August 2021, 16:15 Uhr.

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