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Sydney. Auch Australien wird bis September seine verbleibenden Soldaten aus Afghanistan abziehen. Damit folge das Land den Plänen von US-Präsident Joe Biden, kündigte Premierminister Scott Morrison am Donnerstag (15. April) an. Biden will die amerikanischen Soldaten bis zum 11. September abziehen, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA.
«In den vergangenen zwei Jahren haben wir unsere Militärpräsenz in Afghanistan von einem Maximum von 1500 Soldaten bereits auf etwa 80 derzeit reduziert», sagte Morrison im westaustralischen Perth. Er verlas auch die Namen der 41 Mitglieder der australischen Streitkräfte, die seit 2001 in Afghanistan ums Leben gekommen sind.
Im vergangenen Jahr war aber auch bekannt geworden, dass australische Soldaten bei ihrem Einsatz am Hindukusch Kriegsverbrechen begangen haben sollen. 25 Mitglieder einer Sondereinheit hätten mindestens 39 Gefangene oder Zivilisten «unrechtmäßig» getötet, hieß es im November in einem Untersuchungsbericht.
Der Chef der australischen Verteidigungsstreitkräfte, Angus Campbell, sprach damals von «schweren Verstößen» und einer «beschämenden Bilanz» und entschuldigte sich beim afghanischen Volk «für jegliches Fehlverhalten australischer Soldaten». Morrison wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Bericht äußern. «Es wird eine Zeit geben, über diese Dinge zu sprechen. Heute ist nicht die richtige Zeit», betonte er.
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