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Wenn die Nato 2019 schnell Truppen losschicken müsste, stünden deutsche Soldaten an vorderster Front. In diesem Jahr ist die Bundeswehr für die «Speerspitze» des Bündnisses verantwortlich.
Berlin/Brüssel - Die Bundeswehr hat mit dem Jahreswechsel die Führung der superschnellen Eingreiftruppe der Nato übernommen. Deutschland leiste damit einen herausragenden Beitrag für die Sicherheit des ganzen Bündnisses, erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Dienstag (1. Januar 2019). Die neue Aufgabe sei enorm fordernd und ein wichtiger Schrittmacher für die Modernisierung der Bundeswehr, für die weitere Milliardenbeträge bereitgestellt werden sollten.
Die offiziell VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) genannte Speerspitze der Nato wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und ist seitdem ein Element der Abschreckungsstrategie gegen Russland. Ihre Besonderheit ist der hohe Bereitschaftsgrad. So müssen die Vorauskräfte innerhalb von höchstens 72 Stunden verlegbar sein, alle anderen in fünf bis sieben Tagen. Für die Soldaten bedeutet das zum Beispiel, dass sie sich innerhalb ihrer Bereitschaftszeiten nicht weit vom Dienstort entfernen dürfen.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin bestehen die Landstreitkräfte der sogenannten Speerspitze des Militärbündnisses 2019 aus rund 8000 Soldaten. Das deutsche Heer stellt rund 4000 davon, hinzu kommen noch etwa 1.000 Kräfte anderer Organisationsbereiche. Weitere Soldaten stellen Bündnispartner wie Frankreich, die Niederlande und Norwegen.
Den deutschen Leitverband der VJTF bildet die Panzerlehrbrigade 9 aus Munster (Niedersachen), die ihre Fähigkeiten im Herbst bereits bei der Nato-Großübung Trident Juncture in Norwegen unter Beweis stellen musste. Sie wird bei ihrer Aufgabe durch Kräfte aus anderen Großverbänden des Heeres und der Streitkräftebasis, des Zentralen Sanitätsdienstes und Kräfte des neu aufgestellten Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum verstärkt.
Um die Last der hohen Bereitschaft zu verteilen, werden die Soldaten für die VJTF-Brigade jedes Jahr von anderen Nationen gestellt. 2018 steuerte Italien den Großteil der Kräfte bei, 2020 wird es Polen sein. Deutschland war bereits 2015 maßgeblich am Aufbau der VJTF beteiligt und soll nach Ablauf dieses Jahres dann wieder 2023 planmäßig die Führung übernehmen.
«Die Bedeutung der VJTF für eine moderne einsatzbereite Bundeswehr und die Rolle Deutschlands in der Nato ist kaum zu überschätzen», so von der Leyen. Für die Aufstellung der Truppe in diesem Jahr musste viel Material und Personal aus anderen Verbänden zusammengezogen werden. Dies zeige, dass der Nachholbedarf innerhalb der Bundeswehr nach wie vor groß sei und die Modernisierung einen langen Atem brauche. «Für die Schnelle Speerspitze 2023 soll eine hochmodern und komplett ausgestattete Brigade aus eigener Kraft zur Verfügung stehen. Dafür arbeiten wir an einem milliardenschweren Personal- und Rüstungspaket, für das ich mich gemeinsam mit dem Parlament einsetze», teilte die Ministerin mit.
Die VJTF ist Teil der bereits länger bestehenden Nato-Krisenreaktionstruppe NRF (Nato Response Force), die künftig eine Stärke von rund 40 000 Soldaten haben soll. Neben Landstreitkräften umfasst sie auch Luft- und Seestreitkräfte sowie und Spezialkräfte.
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