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Während im Golfemirat Katar Gespräche zur Beilegung des langjährigen Konflikts in Afghanistan laufen, detoniert in Kabul eine Autobombe. Dutzende Menschen werden verwundet.
Kabul. Während laufender Gespräche über eine politische Lösung des Konflikts in Afghanistan hat sich am Montagmorgen (1. Juli) in der Hauptstadt Kabul eine starke Explosion ereignet. Dabei seien mindestens 65 Menschen verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Majar. Das seien allerdings vorläufige Zahlen. Rettungskräfte würden weiter Verwundete in Krankenhäuser bringen.
Laut dem Innenministerium detonierte erst eine Autobombe im Osten der Stadt. Kurz darauf seien mehrere Angreifer in ein Gebäude eingedrungen. Sicherheitskräfte hätten das Gebiet weiträumig abgesperrt, der Einsatz dauere an.
Bilder in sozialen Medien zeigten eine große Rauchwolke über dem Anschlagsort. Der TV-Sender Shamshad berichtete, die Autobombe sei an der nördlichen Wand des Gebäudes des Senders detoniert. Der Fernsehkanal sendete für rund 20 Minuten nicht. Als er wieder berichtete, sprach der Moderator von einer weiteren, kleinen Explosion und dass Gewehrfeuer zu hören sei. Der TV-Sender sei allerdings nicht das Ziel des Angriffs.
Lokale Medien berichteten, dass sich in der Nähe des Anschlagortes eine Logistikeinrichtung der afghanischen Militärs befinde. Ein Vertreter des Afghanischen Fußballverbandes sagte, eine Explosion habe sich direkt vor dem Eingang des Gebäudes der Fußballföderation ereignet. Es gebe Verletzte unter den Mitarbeitern. Allerdings könne er nicht sagen, wie viele, denn er und seine Kollegen hätten flüchten müssen.
Ein Mitarbeiter eines Regierungsgebäudes in der Nähe des Anschlagsortes, der bereits mehrere Anschläge in dem Viertel miterlebte, sprach von einer sehr starken Explosion. Das Fenster hinter ihm sei auf seine Schultern gefallen. «Ich dachte, das ist der letzte Tag meines Lebens», sagte er. «Leben in Afghanistan ist ein Glücksspiel.»
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Er passiert zu einer Zeit, in der hochrangige Vertreter der radikalislamischen Taliban mit den USA im Golfemirat Katar über eine politische Lösung des Konflikts sprechen. Die jüngste Gesprächsrunde hatte am Samstag unter großen Erwartungen auf einen Durchbruch begonnen. Bei den Gesprächen soll es vor allem um einen Zeitplan des Abzugs der internationalen Truppen gehen sowie um die Forderung der USA nach Garantien, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant werden.
Die USA-Taliban-Gespräche sollen nach offizieller Lesart in innerafghanische Friedensgespräche münden. Allerdings weigern sich die Aufständischen weiterhin, mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als Marionette des Westens betrachten.
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