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Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Die Fregatte "Hamburg" ist seit August bei der EU-Mission Irini im Einsatz. Auf Druck Ankaras musste ein deutsches Boarding-Team ein verdächtiges türkisches Frachtschiff wieder verlassen. Archivfoto: Bundeswehr/PIZ Marine
Es war befürchtet worden, dass es bei diesem Einsatz zu solchen Friktionen kommen könnte: Medienberichten zufolge hat die Türkei vor der Küste Libyens verhindert, dass die Fregatte „Hamburg“ einen türkischen Frachter kontrolliert. Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art bei der EU-Mission Irini.
Die Fregatte „Hamburg“ hatte nach Angaben von „Spiegel Online“ rund 200 Kilometer nördlich der libyschen Hafenstadt Bengasi am Sonntag (22. November) das türkische Frachtschiff „Rosaline A“ gestoppt. Die von der EU geführte Mission Irini hatte zuvor Hinweise erhalten, dass das türkische Schiff illegal Waffen für den libyschen Bürgerkrieg schmuggelt.
Am späten Sonntagnachmittag ging ein Boarding-Team der Bundeswehr an Bord der „Rosaline A“, musste aber am frühen Montagmorgen die Kontrolle abbrechen und das Schiff wieder verlassen. Die Regierung in Ankara hatte Protest eingelegt und der EU-Mission signalisiert, dass man der Kontrolle nicht zustimme. Die „Rosaline A“ setzte ihre Fahrt in Richtung Misrata fort.
Dass die Türkei offen auf Seiten der international anerkannten Regierung in Tripolis in den libyschen Bürgerkrieg involviert ist und Waffen und Söldner ins Land schickt, ist kein Geheimnis. Im Juni war es in den Gewässern zu einem Zwischenfall zwischen den Nato-Partnern Frankreich und der Türkei gekommen. Frankreich warf der Türkei aggressives Verhalten vor, nachdem die französische Fregatte „Courbet“ vom Feuerleitradar der türkischen Fregatte „Orucreis“ erfasst worden war. Offensichtlich wollte die Türkei auch damals die Kontrolle eines türkischen Frachtschiffs verhindern.
Anfang September hatte die „Hamburg“ ein Schiff aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kontrolliert und war dabei fündig geworden: An Bord des Tankers befand sich Kerosin, das ebenfalls unter das Waffenembargo gegen Libyen fällt.
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