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Teile seiner Partei sehen die Produktion von Waffen kritisch. Nun will der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel in den Aufsichtsrat von Deutschlands größter Waffenschmiede.
Düsseldorf. Der frühere SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel (65) soll Aufsichtsratsmitglied von Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall werden. Das Unternehmen teilte in Düsseldorf mit, dass der Aufsichtsrat eine entsprechende Nominierung des ehemaligen Bundeswirtschafts- und Außenministers beschlossen habe. Die Hauptversammlung soll diese Personalie im Mai absegnen, eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Mit Gabriel soll die frühere Technik-Vorständin der Deutschen Bahn, Sabina Jeschke, in den Aufsichtsrat von Rheinmetall einziehen.
Gabriel betont Bedeutung des «Champions» Rheinmetall
«Meine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat von Rheinmetall soll als Beitrag dazu verstanden werden, offensiv mit der Notwendigkeit einer starken und leistungsfähigen Verteidigungsindustrie in Deutschland und Europa umzugehen», erklärte Gabriel. «Unsere Kinder und Enkel werden nur dann in einem friedlichen Europa aufwachsen können, wenn die Rückkehr des Krieges als Mittel der Politik nicht erfolgreich ist.»
Dafür sei militärische Stärke nicht die einzige, aber eine wesentliche Voraussetzung. «Die Bundeswehr muss wieder verteidigungs- und damit kriegstauglich gemacht werden, die europäische Säule der Nato wieder abschreckungsfähig werden.» Dafür bedürfe es unter anderem «eines starken nationalen und europäischen Champions wie Rheinmetall».
Gabriel hat schon andere Aufsichtsratsmandate
Der 65 Jahre alte Gabriel hat eine lange politische Karriere hinter sich, von 1999 bis 2003 war er etwa Ministerpräsident von Niedersachsen. Dort hat Rheinmetall mit Unterlüß seinen größten Produktionsstandort. Ende 2019 schied er aus dem Bundestag aus. Mit der Arbeit in Aufsichtsräten hat er bereits Erfahrung, seit 2020 sitzt er in den Kontrollgremien von der Deutschen Bank und von Siemens Energy. Beim Aufsichtsrat der Stahltochter von Thyssenkrupp saß Gabriel auf dem Chefsessel, dort warf er im Sommer nach internem Streit hin.
Rheinmetall ist mit Abstand die größte deutsche Rüstungsschmiede, die Zentrale des Konzerns mit rund 30.000 Beschäftigten ist in Düsseldorf. Der Wachstumskurs geht steil nach oben, die Auftragsbücher sind proppevoll. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich der Aktienkurs von Rheinmetall fast versechsfacht. Die Firma stellt Panzer, Militär-Lastwagen, Flugabwehr-Geschütze, Artillerie, Drohnen und Munition her.
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