05.10.2020
dpa

Generalinspekteur: Partner wollen mehr Engagement Deutschlands

Berlin. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, rechnet mit wachsenden Erwartungen der Verbündeten an die militärische Leistungsfähigkeit Deutschlands. In der Nato werde Deutschland seiner Verantwortung gerecht und erfülle die gestellten Ansprüche stets, sagte Deutschlands ranghöchster Soldat der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Seine militärischen Amtskollegen wünschten sich aber spürbar mehr Engagement Deutschlands in den internationalen Missionen.

«Das Gewicht anderer Nationen liegt stärker auf dem Thema Counter-Terrorism. Bei Frankreich ist das im Sahel ganz klarer Schwerpunkt», erklärte Zorn zur Lage in Westafrika. «Hier werden wir immer wieder gefragt, ob wir uns nicht noch stärker engagieren wollen.»

Er beobachte seit einigen Jahren eine verdichtete Form der Nachfrage. «Zum Irak wurden wir quasi im Halbjahrestakt gefragt, ob wir uns nicht stärker beteiligen wollen», sagte der General. «Ich kann das aus militärischer Sicht verstehen, weil natürlich alle die Lasten fair verteilen wollen, aber auch auf der Suche nach Partnern sind, die ihr Handeln grundsätzlich unterstützen.» Weder die Amerikaner im Irak, noch die Franzosen in Mali wollten solche Einsätze im Kampf gegen Terrorismus allein durchführen.

«Andererseits haben wir klare politische Maßgaben, wie wir uns beteiligen. Wir engagieren uns immer vernetzt mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit, Entwicklungshilfe und Diplomatie», sagte Zorn. «Wir wollen die lokalen Kräfte vor Ort ertüchtigen, damit sie in Zukunft selbst Herr der Lage sind. Das ist klarer politischer Wille.»

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