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Trotz Friedensgesprächen geht der Konflikt in Afghanistan weiter. Nun erschüttert eine IS-Attacke die Millionenstadt. US-Außenminister Pompeo macht auf einer Reise unterdessen Druck auf die Taliban.
Kabul. Beim Einschlag zahlreicher Geschosse in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es Dutzende Tote und Verletzte gegeben. Nach Angaben des Vizeministers Amrullah Saleh wurden bei dem Angriff am Samstag (21. November) zehn Menschen getötet und 51 weitere verletzt. Rund zwei Dutzend Raketen und Mörsergranaten schlugen in Wohngebieten ein, wie das Innenministerium berichtete.
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. «Soldaten des Kalifats» hätten die sogenannte Grüne Zone in Kabul angegriffen, erklärten die Dschihadisten. Die Echtheit des Bekenntnis ließ sich zunächst nicht prüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet.
US-Außenminister Mike Pompeo traf sich unterdessen mit führenden Vertretern der Taliban und forderte die Gruppe zu raschen Verhandlungen für einen permanenten Waffenstillstand in Afghanistan auf. Bei dem Treffen im Emirat Katar habe er zudem eine Reduzierung der Gewalt gefordert, wie ein Sprecher des Außenministeriums am Samstag mitteilte. Pompeo traf sich auch mit dem Verhandlungsteam der afghanischen Republik.
Beim IS-Angriff auf die schwer gesicherte Grüne Zone im Herzen Kabuls lösten Augenzeugen zufolge mehrere Botschaften Alarm aus. Der Staatssender RTA veröffentlichte am Samstag Fotos eines ausgebrannten Kleinlasters, von dem die Raketen abgefeuert worden sein sollen. Die militant-islamistischen Taliban dementierten, für die Attacke verantwortlich zu sein.
Trotz der Aufnahme innerafghanischer Friedensgespräche in Katar zwischen den Taliban und der Regierung geht der Konflikt im Land weiter. Auch der IS verübt regelmäßig Anschläge. Vizepräsident Amrullah Saleh hatte vor wenigen Wochen angekündigt, für mehr Sicherheit in der Hauptstadt zu sorgen. In einer Mitteilung gestand Saleh am Samstag ein, diese Ziele noch nicht erreicht zu haben.
US-Außenminister Mike Pompeo reiste unterdessen in die Region und will in Katar Verhandlungsdelegationen der Konfliktparteien treffen. Die USA hatten mit den Taliban Ende Februar ein Abkommen unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan vorsieht. Im Gegenzug verpflichteten sich die Taliban unter anderem zu den Friedensgesprächen mit Kabul.
Der amtierende US-Präsident Donald Trump hatte jüngst angekündigt, den Truppenabzug zu beschleunigen. Mitte Januar sollen dann nur noch 2500 US-Soldaten in dem Land sein. Es war ein Wahlversprechen Trumps, die «endlosen Kriege» der USA zu beenden. Experten warnen vor einem überstürzten Abzug aus dem Land, der den Taliban in die Hände spielen könnte.
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