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Ein Ausweis, der mehr als Anerkennung sein kann
16 Jahre nach dem Karfreitagsgefecht: Mehr als 26.000 machen beim 16K3-Gedenkmarsch mit
Gedenken: Vor 16 Jahren fielen drei Soldaten beim Karfreitagsgefecht
„Lassen Sie uns gemeinsam den Tag deutschlandweit zu etwas Besonderem machen“
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
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Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Vor 100 Tagen hatte eine Initiative von Bundeskanzlerin Merkel leichte Hoffnungen auf eine politische Lösung des Libyen-Konflikts genährt. Seitdem ist der Krieg aber nur weiter eskaliert.
Tripolis. Mit der Aufkündigung eines vor Jahren verhandelten Abkommens für das Bürgerkriegsland Libyen durch Milizenführer Chalifa Haftar sind die Chancen auf eine politische Lösung des Konflikts weiter gesunken. Der libysche General hatte am späten Montagabend in einer Fernsehansprache ein 2015 von den Vereinten Nationen vermitteltes Abkommen über die Machtverteilung in dem nordafrikanischen Land für hinfällig erklärt. Die Vereinbarung habe das Land zerstört und sei «eine Sache der Vergangenheit».
Die international anerkannte Regierung in der Hauptstadt Tripolis bezeichnete die Aufkündigung als «Farce» und «Staatsstreich». Der Putsch gegen das Abkommen und die politischen Institutionen in Libyen sei nicht überraschend, sondern solle nur die Niederlage von Haftars Milizen und Söldnern verdecken, hieß es in einer Mitteilung des Präsidentschaftsrats der Regierung.
Die Regierungstruppen und mit ihr verbündete Milizen liefern sich seit mehr als einem Jahr heftige Kämpfe mit den Einheiten Haftars rund um die Hauptstadt Tripolis. Keine der beiden Seiten konnte bislang langfristige Erfolge verbuchen.
Das nordafrikanische Land war nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 ins Chaos gestürzt. Unzählige Milizen kämpfen seitdem um Macht und Einfluss in dem ölreichen Land. 2014 eskalierte der Konflikt zunehmend. Die Vereinten Nationen vermittelten daraufhin zwischen den Konfliktparteien und versuchten 2015 mit dem im marokkanischen Skhirat verhandelten sogenannten «Libyschen Politischen Abkommen» (LPA) die Machtverhältnisse zu ordnen, politische Institutionen zu etablieren und eine politische Lösung des gewaltsamen Konflikts herbeizuführen.
Während die Regierung unter dem damals eingesetzten Fajis al-Sarradsch aus der im Westen gelegenen Hauptstadt Tripolis regiert, hat das Parlament seinen Sitz in der ost-libyschen Stadt Tobruk. Das Parlament erkennt die von den UN unterstütze Regierung allerdings nicht an und versteht sich selbst als legitime Volksvertretung. Viele staatliche Institutionen sind inzwischen gespalten. Der frühere libysche General Haftar steht auf der Seite des Parlaments im Osten und versucht seit längerem, mit seinen Truppen die Hauptstadt einzunehmen.
«Wir haben vor Ort eine Patt-Situation», sagte die amtierende UN-Sonderbeauftragte für Libyen, Stephanie Williams, der Deutschen Presse-Agentur. Immer wenn eine Seite Fortschritte erziele, komme ein ausländischer Unterstützer. «Der Konflikt wird sich weiter vertiefen.» Ein geltendes Waffenembargo wird nach UN-Angaben regelmäßig verletzt. So unterstützt die Türkei etwa die Regierung von Ministerpräsident Al-Sarradsch, während Haftar unter anderem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Russland unterstützt wird.
Der Kreml mahnte die Konfliktparteien am Dienstag weiter zu einem Dialog. «Moskau ist nach wie vor davon überzeugt, dass eine Lösung nur auf dem Weg einer politischen und diplomatischen Verständigung aller Parteien erreicht werden kann», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. «Wir glauben, dass es keine Alternativen dazu gibt, das Problem zu lösen.»
Auch die USA bedauerten den Schritt Haftars, das Abkommen aufzukündigen. In einer Erklärung der US-Botschaft in Libyen rief Washington Haftars Streitkräfte auf, mit der Regierung in Tripolis eine sofortige Einstellung aller Friendseligkeiten und eine dauerhafte Waffenruhe zu vereinbaren.
Auch für den Libyen-Experten der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Wolfram Lacher, kam der Schritt des Generals überraschend. «Haftars Ankündigung, dass seine Organisation formell die Macht übernimmt, ergibt keinen Sinn, besonders weil seine Einheiten in der Defensive sind», schrieb Lacher auf Twitter.
Deutschland hatte ebenfalls versucht, in dem Konflikt zu vermitteln. Mitte Januar lud Bundeskanzlerin Angela Merkel die beteiligten Länder zu einer Konferenz nach Berlin ein. Am Ende stand eine Erklärung, mit der sich die Staaten verpflichteten, das UN-Embargo einzuhalten. Seitdem ist der Kampf um Tripolis aber nur noch heftiger entbrannt.
Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Lage in Libyen gewinne auch das Mandat der EU-Mission «Irini» an Bedeutung, teilte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, mit. «Mit dem Mandat, an dem sich die Bundeswehr beteiligt, kann die Europäische Union Handlungsfähigkeit in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft beweisen», erklärte der CDU-Politiker. Das Mandat wird derzeit im Bundestag beraten. Mit der Mission will die EU das Waffenembargo, sowie den Ölschmuggel aus Libyen überwachen.
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