Der Vorsitzende der StOKa Minden Ralf Orthen (v.l.n.r.) mit den Geehrten Dieter Hanke und Berndt Fricke sowie dem scheidenden Standortbeauftragten Detlef Schlingmann. Foto: StOKa Minden

Der Vorsitzende der StOKa Minden Ralf Orthen (v.l.n.r.) mit den Geehrten Dieter Hanke und Berndt Fricke sowie dem scheidenden Standortbeauftragten Detlef Schlingmann. Foto: StOKa Minden

03.08.2026
ro/ga

Minden: Ehrungen und Vortrag

Bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung Anfang Juli 2026 konnte der Vorsitzende der Standortkameradschaft (StOKa) Minden fast 70 Mitglieder begrüßen. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder und einem kurzen Ausblick auf die weiteren Vorhaben im Jahr 2026 wurden der ehemalige Vorsitzende der Kameradschaft Ehemalige, Reservisten, Hinterbliebene (KERH) Minden, Hauptmann a.D. Dieter Hanke, mit der Verdienstnadel in Gold und sein langjähriger Stellvertreter, Oberstleutnant a.D. Berndt Fricke, mit der Verdienstnadel in Silber für ihr langjähriges Engagement als Mandatsträger geehrt. Zusätzlich wurde der Standortbeauftragte, Oberstabsfeldwebel a.D. Detlef Schlingmann, nach elf Jahren Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet. Doch bleibt er der KERH als Kassierer weiterhin erhalten.

Dann folgte der Vortrag des Chef des Stabes des Multinationalen Korps Nordost (MNK NO), Brigadegeneral Ullrich Spannuth. Dieser begann mit einer strategischen Einordnung des Korps und zeigte die Rolle innerhalb der NATO-Kommandostruktur und den Auftrag auf. Dabei wurde sehr deutlich, mit welcher Geschwindigkeit das MNK NO an veränderte Bedrohungen angepasst wird. Im zweiten Teil wurde der Verantwortungsbereich des MNK NO im baltischen Raum dargestellt. Seit Juli hat das MNK NO das DEU/NL Korps in Münster im Norden an der Seite. Trotzdem ist das Korps immer noch für 1200 Kilometer Landesgrenze und 400 Kilometer Küstenlinie zu Belarus und Russland verantwortlich. Im Vergleich dazu waren es im Kalten Krieg ca. 1.400 Kilometer, jedoch mit neun Korps. Die Zahlen wurden im dritten Teil etwas relativiert. Zuerst wurde die Bedrohung, die schon jetzt Realität ist, und auch das Potential durch Russland dargestellt. Daraus abgeleitet folgte die derzeitige Abschreckungsstrategie der NATO. General Spannuth stellte sehr plakativ das veränderte Kriegsbild zum Kalten Krieg dar. Das Gefechtsfeld ist digital, von schneller Aufklärung, Zielübermittlung und Wirkung geprägt. Ohne künstliche Intelligenz ist heutige Kriegsführung nicht mehr denkbar.

Zum Ende wurde der Operationsplan/Drehscheibe Deutschland in diesen Zusammenhang eingefügt. Dabei machte General Spannuth deutlich, dass dabei jeder von uns gefordert ist und seinen Beitrag zu leisten hat. Resilienz und Verteidigungswille sind dabei der Schlüssel. Im Vergleich zu den nordischen Ländern haben wir aber noch einen weiten Weg zu gehen. General Spannuth hat es mit viel persönlicher Erfahrung, großem Fachwissen aber insbesondere durch seine mitreißende Vortragsart, verstanden, alle Zuhörer auf seiner Reise durch das MNK NO und die rasanten Veränderungen auf dem Gefechtsfeld mitzunehmen und komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen. Dies zeigten auch die vielen Fragen und Gespräche, die auch während des gemeinsamen Essens nicht aufhörten, berichtet Ralf Orthen, Oberstleutnant a.D. und Vorsitzender der StOKa und KERH Minden. 

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