22.05.2026
dpa

Nato bereitet Gipfel vor - Rubio in Schweden erwartet

Helsingborg. Die Außenminister der Nato-Staaten wollen an diesem Freitag bei einem Treffen in Schweden den Bündnisgipfel im Sommer vorbereiten. Überschattet wird die Zusammenkunft allerdings von neuen transatlantischen Spannungen wegen des Iran-Kriegs. Ursache ist der Unmut von US-Präsident Donald Trump darüber, dass europäische Alliierte das amerikanische Vorgehen gegen die islamische Republik nicht oder nur wenig unterstützen.

Zuletzt hatten die USA nach kritischen Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz den Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Europa angekündigt und entschieden, Pläne zur Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland vorerst nicht umzusetzen.

Merz hatte bei einer Diskussion mit Schülern gesagt, die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, «weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben». Trump attackierte Merz im Anschluss persönlich und warf ihm vor, keine Ahnung zu haben, wovon er spreche. Ähnliche Spannungen wegen des Krieges gab es auch zwischen den USA und Spanien sowie Italien, Großbritannien und Frankreich.

USA wollen fairere Lastenteilung

Bei den Beratungen in der Hafenstadt Helsingborg soll es mit Blick auf den Gipfel im Juli insbesondere darum gehen, wie die Europäer möglichst schnell ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen können. Hintergrund ist die Forderung der USA nach einer faireren Lastenteilung, die dazu führen soll, dass die Europäer künftig die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung ihres Kontinents übernehmen. Die USA wollen sich dann stärker auf Herausforderungen durch Länder wie China konzentrieren.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnte bereits zu den Beratungen an diesem Freitag öffentlich angekündigt werden, dass die USA künftig weniger Streitkräfte für Abschreckung und Verteidigung unter Nato-Kommando in Bereitschaft halten wollen. Es wird erwartet, dass dafür dann die europäischen Alliierten und Kanada ihren Anteil am sogenannten Nato Force Model erhöhen. Über dieses wird festgelegt, welche Mitgliedstaaten wie viele Kräfte bereithalten und wie schnell diese verfügbar sein müssen.

Das Außenministertreffen ist das erste dieser Art in Schweden. Das Land ist erst 2024 unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine der Verteidigungsallianz beigetreten. Auf dem Programm des Treffens stand am Donnerstag auch ein gemeinsames Essen. Dazu waren auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sowie der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson und König Carl XVI. Gustaf eingeladen.

Aus Deutschland ist Außenminister Johann Wadephul in Helsingborg mit dabei. US-Außenminister Marco Rubio will nur an diesem Freitag an den Beratungen teilnehmen.

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