10.09.2020
dpa

Politiker von Union und SPD lehnen Abzug aus Mali ab

Berlin. Bundestagsabgeordnete von Union und SPD haben sich gegen einen Abzug deutscher Soldaten aus Mali als Reaktion auf den Militärputsch in dem westafrikanischen Land ausgesprochen. Zwei Anträge von AfD und Linken, die dies forderten, wurden am Mittwoch (9. September) im Bundestag an die zuständigen Ausschüsse verwiesen. «Dort, wo ein Sicherheitsvakuum entsteht, gibt es Leute, die versuchen es zu füllen, und das wäre keine gute Entwicklung für Mali», sagte der SPD-Politiker Christoph Matschie. «Niemandem ist damit gedient, wenn Mali im Chaos versinkt.» Allerdings könne die EU-Ausbildungsmission EUTM Mali erst wieder aufgenommen werden, wenn es einen Weg zurück zu einer demokratischen Regierung gebe.

Militärs hatten vor drei Wochen in dem westafrikanischen Land gemeutert, Präsident Ibrahim Boubacar Keïta festgenommen und ihn zum Rücktritt gezwungen. Tage später wurde der Staatschef freigelassen. Die Putschisten kündigten die Bildung eines Übergangskomitees an, das demnächst Wahlen abhalten solle. Der Staatenverbund Ecowas forderte die Putschisten auf, die politische Macht sofort an eine zivile Übergangsregierung zu übergeben, die binnen einem Jahr Wahlen abhalten soll. Einige der Putschisten wurden in den EU ausgebildet, mindestens zwei davon in früheren Jahren auch in Deutschland.

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