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Das technische und fliegerische Personal wird sehr stark in den Einsätzen weltweit benötigt. Durch die Quarantäne verdoppelt sich zum Teil die Einsatzzeit. Foto: Bundeswehr/Carsten Vennemann
Wegen der Corona-Pandemie müssen Soldatinnen und Soldaten, die in den Auslandseinsatz gehen, vor und nach dem Einsatz in Quarantäne. So soll die Ausbreitung von Covid-19 eingedämmt werden. Was das für die betroffenen Soldaten, insbesondere für die der Luftwaffe bedeutet, fasst Michael Scholz, Vorsitzender Luftwaffe im DBwV, zusammen:
Quarantäne so lang wie ein Einsatz,
die Corona-Krise macht es möglich. Nachdem bereits vor einem RS Einsatz in Afghanistan eine zweiwöchige Quarantäne in einem Hotel im Köln – Bonner Raum vorgeschaltet ist, folgt nun Mali mit dem MINUSMA Einsatz. Allerdings wird die Zeit verdoppelt. Zu den zwei Wochen in Deutschland kommen noch zwei Wochen in Mali (Camp Castor in Gao) obendrauf. Hintergrund ist der verfügte Stopp der Vereinten Nationen für Personalwechsel in den Blauhelmmissionen bis zum 30. Juni.
Durch diese Regelung erhofft sich das Einsatzführungskommando der Bundeswehr die deutschen Kontingentssoldaten trotzdem austauschen zu können. Dies soll zwar weniger als 100 deutsche Soldaten betreffen, darunter befindet sich aber auch Personal des Lufttransportstützpunktes der Luftwaffe in Niamey, der Hauptstadt des benachbarten Niger, wo C-160 Personal des LTG 63 aus Hohn für Material- und Personaltransporte und die medizinische Verwundetenversorgung stationiert ist.
Dieses Personal, welches ohnehin sehr stark in Einsätzen weltweit benötigt wird, hat aus guten Gründen das technische und fliegerische Personal in einem Vier-Wochen-Rhythmus ausgetauscht. Wenn jetzt eine vierwöchige Quarantänezeit vorgeschaltet wird, verdoppelt sich jeder Einsatz für dieses Personal. Sicherlich betrifft dies nur einen kleinen Anteil des turnusmäßig bei MINUSMA zu tauschenden Kontingents. Der überwiegende Teil steht drei bis sechs Monate im Einsatz.
Für den kleineren Teil aus Niamey (und sicherlich auch einzelne in Gao bzw. Bamako) steht ein 1:1 von Quarantänezeit zu Einsatzzeit, meiner Meinung nach, in keinem gesunden Verhältnis und belastet die ohnehin schon angespannte Personallage unnötig. Hier sollten intelligentere Lösungen möglich sein, beispielsweise eine direkte Verlegung nach Niamey oder eine sich in Quarantäne in Hohn befindliche Ersatzmannschaft, falls auf dem Stützpunkt Corona bei deutschen Soldaten ausbrechen sollte.
Zudem ist nun auch noch die Weisung Nr. 5 aus dem BMVg seit 11. April in Kraft, die auch für die Rückkehr aus dem Einsatzgebiet grundsätzlich noch eine 14-tägige häusliche Quarantäne vorsieht. Auch wenn in der Liegenschaft im Einsatz kein Corona-Fall vorgelegen hat. Dies alles belastet das Personal stark und führt zu zahlreichen Fragen. Leider wurden Gespräche zu allen diesen Maßnahmen weder mit den Beteiligungsgremien noch mit dem betroffenen Personal geführt.
Michael Scholz Vorsitzender Luftwaffe im DBwV
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