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Die erste Baureihe für neue Korvetten für die deutsche Marine geriet durch eine Serie von Pannen in die Schlagzeilen. Nun soll alles besser werden. Ist die Marine jetzt auf Kurs?
Bremen. Die Flotte der Deutschen Marine wächst. Ab 2022 werden nach und nach fünf neue Korvetten der K130-Klasse geliefert. Die Arbeiten zum Bau der Schiffe begannen am Donnerstag auf der Lürssen-Werft in Lemwerder bei Bremen. «Heute ist ein guter Tag für die Marine», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
Die rund 90 Meter langen Schiffe werden in Kooperation dreier Unternehmen an Werfstandorten in Bremen/Lemwerder, Kiel, Wolgast und Hamburg gefertigt. Der Großauftrag hat ein Gesamtvolumen von rund zwei Milliarden Euro. Für die Waffensysteme kommen zusätzlich rund 500 Millionen Euro hinzu.
Auftragnehmer ist eine Arbeitsgemeinschaft, der federführend die Lürssen-Werft sowie die Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems und German Naval Yards Kiel angehören.
Heimathafen der Korvetten wird Warnemünde, wo am Stützpunkt Hohe Düne 500 neue Dienstposten entstehen. Hinzu kommen weitere 500 Posten in Rostock selbst. In einer ersten Baureihe waren ab 2008 bereits fünf baugleiche Korvetten in Dienst gestellt worden, deren Ablieferung sich aber durch Pannen erheblich verzögert hatte.
Von der Leyen attestierte dem oft in der Kritik stehenden Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, es habe eine «hochprofessionelle Leistung» gezeigt. Es habe sich erwiesen, dass die Bundeswehr Großprojekte schnell und einwandfrei umsetzen könne. Das Investitionsvolumen bei der Bundeswehr habe sich in den vergangenen fünf Jahren verfünffacht, allein 2019 sei der Etat um 12 Prozent gestiegen.
Marineinspekteur Andreas Krause warnte, die Marine habe zurzeit mit 46 Schiffen und Booten die kleinste Flotte ihrer Geschichte. «Viel zu wenig. Wir müssen wachsen, und wir werden wachsen», betonte Krause. Die massiven Probleme mit den ersten fünf Korvetten der gleichen Baureihe werden sich aus Sicht Krauses nicht wiederholen: «Das waren Kinderkrankheiten, aus denen wir gelernt haben.»
Die Ministerin verwies darauf, Krause habe ausgerechnet, dass die Marine bis 2031 durchschnittlich pro Jahr um ein Schiff wachse - wenn alles nach Plan laufe. «Wir sind auf Kurs», sagte von der Leyen.
Die ersten fünf Schiffe der nach dem Erstschiff der Baureihe benannten «Braunschweig-Klasse» gingen ab 2008 an die Marine. Doch sorgte vor allem Probleme mit den Getrieben und auch der Klimaanlage für jahrelange Verzögerungen. Die letzte der Korvetten des ersten Auftrags wurde 2013 in Dienst gestellt.
Beim jetzigen Auftrag werden die vorderen Teile von zwei der K130-Korvetten bei der Lürssen-Werft in Lemwerder und drei am Kieler Werfstandort der German Naval Yards gefertigt. Die hinteren Teile aller Schiffe entstehen auf der zu Lürssen gehörenden Wolgaster Peene-Werft. Bei der ebenfalls zu Lürssen zählenden Blohm+Voss Werft in Hamburg werden beide Schiffsteile dann beim sogenannten Hochzeitsstoß miteinander verbunden. Hamburg übernimmt auch die Endausstattung.
Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Tobias Lindner, sieht die Investition skeptisch. «Das mag zwar gut für die Werften sein, aber militärisch ist das nicht notwendig», sagte der Politiker der dpa. Die Überlegungen zum Ausbau der Korvettenflotte gingen auf ein Konzept von 1995 zurück. Lindner fürchtet, dass die Korvetten bei Fertigstellung schon veraltet sind.
Auch die mit 159 Meter Länge deutlich größere Schiffsklasse der Fregatten, die in Wilhelmshaven beheimatet sind, hat bei den Neu-Zugängen Probleme. Die Fregatte «Baden-Württemberg» sollte im Sommer 2017 abgeliefert werden. Wegen technischer Probleme, unter anderem bei der Software und aktuell den Stromleitungen, hat die Marine das Schiff noch nicht abgenommen, ThyssenKrupp Marine Systems und Lürssen müssen nacharbeiten. Von der Leyen hofft auf eine Ablieferung vor dem Sommer 2019.
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