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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EloKa-Workshops des Deutschen BundeswehrVerbandes in Berlin. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Fachkräfte für eine unverzichtbare Fähigkeit
Ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen BundeswehrVerbandes in Berlin zu einem Workshop zur Zukunft der Laufbahnen der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung des Bundes. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Vorsitzenden des Fachbereichs Zivile Beschäftigte, Technischer Regierungsamtsinspektor Bernd Kaufmann. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen bei der Personalgewinnung, Ausbildung und Personalentwicklung im mittleren und gehobenen technischen Dienst der fernmelde- und elektronischen Aufklärung.
Strategische Bedeutung der EloKa wächst
Die Laufbahnen der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung umfassen zwar wenige hundert Beschäftigte, leisten jedoch einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheitsarchitektur Deutschlands. Als Teil der elektronischen Kampfführung liefern sie wesentliche Erkenntnisse für das militärische Lagebild, die Krisenfrüherkennung sowie die Aufklärung und Wirkung im Cyber- und Informationsraum. Die Bedeutung dieser Fähigkeiten nimmt angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen und der zunehmenden Bedrohungen im elektromagnetischen Umfeld kontinuierlich zu.
„Die EloKa gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Das sehen wir nicht nur in der Ukraine", betonte Oberst Christian Pawlik, Abteilungsleiter SK IV 2 im Bundesministerium der Verteidigung und verantwortlich für Konzeption, Fähigkeiten, Aufklärung sowie Wirkung in der Dimension Cyber- und Informationsraum. Auf Einladung von Bernd Kaufmann nahm er gemeinsam mit Kapitän zur See Dr. Kassian Meesenburg, stellvertretender Kommandeur des Kommandos Aufklärung und Wirkung, an dem Workshop teil.
Personal als kritischer Faktor
Während Material und technische Ausstattung der EloKa-Truppe heute nicht mehr die größten Herausforderungen darstellen, entwickelt sich die Personalsituation zunehmend zu einem kritischen Faktor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schilderten zahlreiche Hindernisse bei der Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte.
Ein wesentliches Problem sind die langen Auswahl- und Einstellungsverfahren. Durch umfangreiche Sicherheitsüberprüfungen und starre Einstellungstermine vergehen oftmals viele Monate zwischen Bewerbung und Dienstantritt. Nicht selten ziehen Bewerberinnen und Bewerber ihre Bewerbung während dieser Zeit zurück. Die Teilnehmer waren sich einig, dass hier dringend mehr Flexibilität und Beschleunigung erforderlich sind.
Fehlende Karriereperspektiven schrecken Fachkräfte ab
Darüber hinaus bestehen erhebliche Defizite bei den Karriereperspektiven. Insbesondere die fehlende Möglichkeit eines Laufbahnaufstiegs vom mittleren in den gehobenen technischen Dienst wurde von den Teilnehmern als gravierender Nachteil bewertet. Während in anderen technischen und nichttechnischen Laufbahnen entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten bestehen, fehlen diese in der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung bislang nahezu vollständig.
Auch im gehobenen technischen Dienst sind die Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Dies führt regelmäßig zu Abwanderungen in andere Laufbahnen oder Ressorts und erschwert die langfristige Bindung qualifizierter und erfahrener Fachkräfte erheblich.
Im mittleren technischen Dienst zeigt sich ein ähnliches Bild. Zwar umfasst dieser rund einige hundert Dienstposten, dennoch fehlen ausreichende Beförderungsmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven. Gleichzeitig bleiben seit Jahren zahlreiche Eingangsämter unbesetzt, was die Belastung des vorhandenen Personals erhöht und die Nachwuchsprobleme zusätzlich verschärft.
Ausbildungskapazitäten ausbauen und Übergänge erleichtern
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Ausbildung. Teile der Laufbahnausbildung werden gemeinsam mit anderen Partnern durchgeführt. Die dort vorhandenen Ausbildungskapazitäten von derzeit lediglich 15 Ausbildungsplätzen pro Jahr begrenzen die Einstellungsmöglichkeiten erheblich. Daher wurde die Einrichtung eines zweiten Ausbildungslehrgangs pro Jahr angeregt, um die Zahl der Anwärterinnen und Anwärter deutlich zu erhöhen und den bestehenden Personalbedarf besser zu decken.
Ebenso wurde die stärkere Nutzung des Binnenarbeitsmarktes diskutiert. Insbesondere ausscheidende Soldatinnen und Soldaten der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung verfügen über langjährige Fachexpertise, die für die zivilen Laufbahnen von großem Wert ist. Die Teilnehmer sprachen sich dafür aus, vorhandene Qualifikationen stärker anzuerkennen und den Übergang in die zivile Laufbahn deutlich zu vereinfachen und zu beschleunigen.
Konkrete Vorschläge für mehr Attraktivität
Im Verlauf des Workshops entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zahlreiche konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Attraktivität der Laufbahnen. Hierzu zählen die Schaffung zusätzlicher Beförderungsämter, die Einführung echter Aufstiegsmöglichkeiten zwischen den Laufbahngruppen, die Einrichtung weiterer förderlicher Dienstposten, die Prüfung von Direkteinstiegen sowie eine deutlich stärkere Bewerbung der Laufbahn im Karriereportal der Bundeswehr.
Oberst Pawlik und Kapitän zur See Dr. Meesenburg zeigten sich dankbar für die offene Diskussion und die eingebrachten Anregungen. Beide sicherten zu, die Ergebnisse des Workshops in ihre weiteren Überlegungen einzubeziehen und die aufgezeigten Handlungsfelder aktiv zu begleiten.
Jetzt müssen Taten folgen
Der Fachbereichs-Vorsitzende Bernd Kaufmann bilanzierte: „Der Workshop hat deutlich gezeigt, dass die Fernmelde- und elektronische Aufklärung für die Bundeswehr unverzichtbar ist. Um den steigenden Personalbedarf dauerhaft zu decken, müssen jetzt konkrete Maßnahmen folgen. Dazu gehören mehr Beförderungsmöglichkeiten, ein Laufbahnaufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst, zusätzliche Ausbildungskapazitäten und schnellere Einstellungsverfahren. Nur mit attraktiven Karriereperspektiven wird es gelingen, die benötigten Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Die Handlungsfelder liegen auf dem Tisch. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an."
Oberst i.G. Christian Pawlik:„Um der wachsenden Bedeutung des elektronischen Kampfes für zukunftsfähige Streitkräfte gerecht zu werden, bedarf es attraktiver Karrieremöglichkeiten, um motiviertes und fähiges Personal für die EloKa-Truppe der Bundeswehr zu gewinnen und langfristig zu binden. Hier gilt vor allem, neue Wege zu beschreiten, um sowohl den militärischen Personalkörper, aber vor allem auch die zivilen Dienstposten adäquat besetzen zu können.“
Kapitän zur See Dr. Kassian Meesenburg:„In der EloKa ist das Zusammenspiel von Soldaten und zivilen Kollegen in der Fachaufgabe ein wesentlicher Baustein. Hand in Hand wird hier 24/7 an der gerade heute notwendigen Situational Awareness gearbeitet.“
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