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Gestalten statt verwalten: DBwV-AG tagt zu den Themen „BS-Vario“ und Besoldung

Das Innere Gefüge und die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr: Diese Punkte umtreiben einen Großteil der aktiven Truppe. Bei der AG, die jetzt in Hannover tagte, ging es darum, mögliche Wege aus der Krise zu erarbeiten. Foto: DBwV

Das Innere Gefüge und die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr: Diese Punkte umtreiben einen Großteil der aktiven Truppe. Bei der AG, die jetzt in Hannover tagte, ging es darum, mögliche Wege aus der Krise zu erarbeiten. Foto: DBwV

25.10.2020
DBwV

Gestalten statt verwalten: DBwV-AG tagt zu den Themen „BS-Vario“ und Besoldung

Hannover. Tätigkeit im Ehrenamt – das bedeutet regelmäßig: Arbeit nach Feierabend, gerne auch am Wochenende. An diesem Punkt unterscheidet sich der Deutsche BundeswehrVerband kein Stück von vielen Vereinen, Stiftungen oder Gemeinden. Und das gilt nicht nur für unsere Basis, sondern selbstverständlich auch für die Vorstandesebene. So tagte an diesem Wochenende eine Arbeitsgruppe des DBwV unter Leitung des Vorsitzenden Fachbereich Besoldung, Haushalt und Laufbahnrecht, Oberstleutnant i.G. Dr. Detlef Buch, und des Justiziars Christian Sieh in Hannover. Ihr Thema war eines, das den überwiegenden Teil der aktiven Truppe massiv umtreibt: das Innere Gefüge und die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr.
 
Letztere, die personelle Einsatzbereitschaft, wird akut durch Unwuchten im Personalkörper bedroht. Das ist weder neu noch geheim, mittlerweile ist dieser Zustand Thema auf praktisch jeder DBwV-Veranstaltung. Da geht es beispielsweise um die ungeordnete Eingliederung von Seiteneinsteigern, die wenig sinnvolle Einführung der neuen Dienstgrade Korporal und Stabskorporal samt deren Folgen für die Dienstgradgruppe der Feldwebel oder das Dilemma gerade länger dienender SaZ mit geringer zivilberuflicher Qualifizierung, denen der Dienstgeber die „besten Jahre“ genommen hat und die dann trotz der Dienstzeitversorgung regelmäßig erhebliche Schwierigkeiten in der zweiten Phase ihres Berufslebens haben.
 
Der DBwV wäre nicht der Verband, der er seit bald 65 Jahren ist, wenn wir die Probleme nur beschreiben würden. Unser Motto ist: gestalten statt verwalten – das bedeutet: Wir kümmern uns auch darum, Wege aus der Krise zu erarbeiten. Selbstverständlich gehörte für die Arbeitsgruppe dazu auch die Abwägung von Chancen und Risiken einer politischen Umsetzung.
 
Der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner, ebenfalls in Hannover zugegen, erklärt das so: „Unabhängig von der tatsächlichen Realisierung in der kommenden Legislaturperiode arbeiten wir mit viel Kraft an unseren Zielen. Wenn alles gut läuft, werden wir gemeinsam mit anderen in einem ersten Schritt das Spitzenpersonal der Bundeswehr vom dringenden Handlungsbedarf überzeugen. Das wird die Grundlage, um die richtigen Zeilen in einem künftigen Koalitionsvertrag verankert zu wissen.“
 
Schon in der Vergangenheit hat der DBwV eine Vielzahl von Zielgruppentagungen mit Beamten, Arbeitnehmern oder Soldaten durchgeführt sowie dabei die verschiedenen Problembereiche diskutiert und aus unterschiedlichen Blickwinkeln gut abgeleitete Forderungen erarbeitet, die nun in ein Gesamtkonzept fließen. Dabei wurden die Themen Lebensarbeitszeit, Binnenarbeitsmarkt, Seiteneinstieg oder die Eingruppierung bzw. Besoldung von Spezialisten breit diskutiert und Kriterien für künftige Dienstmodelle oder Modifikationen im Besoldungssektor erarbeitet.
 
Viel Zeit sollte nicht mehr verloren werden. Oberstabsfeldwebel Oliver Sekuli, Bezirksvorsitzender im Landesverband Nord: „Wer die Attraktivität, Dienstzufriedenheit und damit die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr stärken will, der muss spätestens in der nächsten Legislaturperiode durchstarten. Wenn das die Politik verschläft, fahren die Streitkräfte nicht nur wie aktuell materiell, sondern perspektivisch auch personell an die Wand.“ Die Beteiligung insbesondere auch von Landesvorstandsmitgliedern an Arbeitsgruppen bleibt von enormer Bedeutung, erhöht die verbandsinterne Kompetenz und unterstützt zudem den Informationsaustausch von Bund und Fläche.
 
Aktivität – für einen Berufsverband ist sie lebenswichtig. Oberstleutnant a.D. Reinhard Schlepphorst, Bezirksvorsitzender im Landesverband West: „Unabhängig davon, ob alle oder nur einige Probleme gelöst werden – der DBwV arbeitet hart für die notwendigen Verbesserungen. Wir tun das mit Ideen aus allen Bereichen der Mitgliedschaft, mit der Expertise der Mandatsträger auf Landes- und Bundesebene sowie unseren hauptamtlichen Mitarbeitern. Am Ende liefern wir hervorragende Argumente in Richtung BMVg und Politik. Das ist der Qualitätsunterschied zu anderen, das zeichnet uns aus und das ist der Grund, weshalb ich nach wie vor gerne meine Zeit am Wochenende für den DBwV einbringe.“ 

Oberstleutnant i.G. Detlef Buch und Christian Sieh zeigten sich ebenso wie auch die übrigen anwesenden Bundesvorstandsmitglieder nach der Sitzung überzeugt von den Arbeitsergebnissen. Sie werden in den kommenden Wochen Grundlage für eine Vielzahl von Gesprächen in den Kommandos und dem Ministerium sein. „Argumentativ sind wir gut gerüstet. Jetzt gilt es, den Plan Schritt für Schritt umzusetzen“, zog der Bundesvorsitzende zufrieden Bilanz – nach einem erneuten Wochenende im Einsatz für unsere Mitglieder.

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