Hauptmann Lukas Jochum (r.), Vorsitzender Zentraler Bereich, und sein Stellvertreter, Brandoberamtsrat Christian Frey. Foto: DBwV

Hauptmann Lukas Jochum (r.), Vorsitzender Zentraler Bereich, und sein Stellvertreter, Brandoberamtsrat Christian Frey. Foto: DBwV

07.02.2026
Von Lukas Jochum und Christian Frey

Politische Verantwortung erfordert strukturelle Realität

Der sicherheitspolitische Epochenbruch der vergangenen Jahre hat deutlich gemacht: Verteidigungsfähigkeit ist keine abstrakte Zielgröße, sondern eine konkrete staatliche Kernaufgabe. Der geplante neue Wehrdienst und der damit verbundene personelle Aufwuchs der Bundeswehr sind keine theoretischen Reformvorhaben, sondern Ausdruck politischer Verantwortung gegenüber unserem Land und unseren Bündnispartnern. Wer Verteidigungsfähigkeit ernst meint, muss heute bereit sein, unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Der Aufwuchs als strukturelle und personelle Erweiterung der Streitkräfte erfordert mehr als bloße Umbenennungen und Strukturänderungen. Personalgewinnung, Ausbildung, Verwendung und Bindung lassen sich nicht isoliert betrachten. Alle Aspekte des Personalmanagements sind untrennbar mit der Frage verbunden, ob die Bundeswehr über die infrastrukturellen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen verfügt, um mehr Menschen aufzunehmen und dauerhaft im Dienst zu halten. Es geht um mehr als reine Quantität und Zahlen – die Qualität sowie ein wertschätzender Umgang mit allen Angehörigen unserer Streitkräfte sind ebenso von zentraler Bedeutung.

Der neue Wehrdienst ist ein wichtiger Schritt – aber er geht aus heutiger Sicht noch nicht weit genug. Angesichts der sicherheitspolitischen Realität und der ambitionierten Zielvorgaben für Personal und Einsatzbereitschaft bleibt die ausschließliche Hoffnung auf Freiwilligkeit eine riskante Annahme. Wer Aufwuchs ernsthaft will, muss auch Vorsorge treffen für den Fall, dass freiwillige Meldungen nicht ausreichen. Dazu gehört Umschalt- bzw. Steuerungsmechanismen frühzeitig gesetzlich zu verankern und Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.

Die Bedrohungslage wurde glasklar beschrieben – durch den Verteidigungsminister ebenso wie durch den Generalinspekteur, zuletzt erneut auf der jüngsten Bundeswehr-Tagung. Vor diesem Hintergrund darf Verteidigungspolitik kein Verwaltungshandeln im Wartemodus sein.

Deutschlandweit 8000 Bauprojekte 

Gleichzeitig darf Aufwuchs nicht an fehlender Infrastruktur scheitern. Aus diesem Grund hat das Verteidigungsministerium am 28. Oktober 2025 entschieden, die Umwandlung von 200 ehemals oder aktuell militärisch genutzten Liegenschaften der Bundeswehr auszusetzen.

Neben dem Verzicht auf den Verkauf von Liegenschaften ist es ebenso entscheidend, bestehende Kasernen rasch zu modernisieren. In ganz Deutschland stehen aktuell etwa 8000 Bauprojekte an, deren zügige Umsetzung durch Bund und Länder erforderlich ist, damit das Ziel der Kriegstüchtigkeit bis 2029 erreicht werden kann.

Die bevorstehende Aufgabe ist enorm und verlangt nicht nur nach schnelleren Arbeitsabläufen, sondern auch nach einem neuen Denken. Früher dauerte die Umsetzung mehrere Jahre, doch heute muss unsere Infrastruktur bereits innerhalb von drei Jahren einsatzbereit und funktionsfähig sein.

Kasernen, Ausbildungsstätten, Unterkünfte und Betreuungseinrichtungen sind kein nachrangiges Thema, sondern die Grundlage jeder glaubwürdigen Personalstrategie. Programme wie G-Cap, die Reaktivierung von Standorten wie in Cuxhaven oder die Infrastrukturmaßnahmen in Litauen stellen die ersten wichtigen Schritte dar, um den Herausforderungen gerecht zu werden.

Der Zentrale Bereich trägt aufgrund seiner Struktur maßgebliche Verantwortung für die großen Trendwenden. Die Aufgaben in den Bereichen Personal, Ausrüstung und Infrastruktur wachsen im Zuge des Aufwuchses der Bundeswehr erheblich. Dieser Verantwortung stellen wir uns mit Sorgfalt und setzen uns weiterhin mit Nachdruck für Ihre Interessen ein.

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