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Die Gründung der Evangelischen Militärseelsorge vor 65 Jahren wurde mit einem Festakt in der Potsdamer Nikolaikirche gefeiert. Die Predigt von Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg verfolgten neben Verteidigungsministerin Christine Lambrecht zahlreiche Repräsentanten von Militär und Politik. Foto: Militärseelsorge/Walter Linkmann
Berlin. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt die Militärseelsorge der Bundeswehr vor neue seelsorgerliche Herausforderungen. „Wir sind in einem anderen Seelsorgemodus angekommen, weil die Situation eines Auslandseinsatzes auf wenige Personen beschränkt ist, während sich jetzt eine gesamte deutsche Gesellschaft zum Thema Krieg emotional verhalten hat“, sagte der evangelische Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg am Montag, 30. Juni 2022, in Berlin in einem Pressegespräch anlässlich der Gründung der Evangelischen Militärseelsorge vor 65 Jahren.
„Dein Vater ist Soldat, der muss jetzt in die Ukraine, der stirbt dort.“ Sätze wie diese, so Bischof Felmberg, bekämen Kinder von Soldaten und Soldatinnen momentan in der Schule von Mitschülern zu hören. Ganze Familien würden in Unruhe versetzt. Die Seelsorge müsse demzufolge Antworten finden auf die Frage, wie mit Kindern, die derartige Ängste mit ihren Eltern besprechen, umzugehen sei. „Von daher haben wir eine ganz neue Situation.“
„Immer das scharfe Ende bedenken“
Der Ukrainekrieg werde erhebliche Auswirkungen auf den Gesamtkomplex der Bündnis- und Landesverteidigung haben, prognostizierte der Militärbischof. Künftig könne der Soldatenberuf nicht mehr nur als ein interessanter Beruf mit Karrierechancen beschrieben werden. „Man muss auch immer das ‚scharfe Ende’ bedenken. Das muss in Karrierecentern deutlich angesprochen werden, damit man im Nachhinein bei dem einen oder anderen nicht ein blaues Wunder erlebt.“ Die seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 gestiegene Anzahl von Kriegsdienstverweigerungsanfragen sei ein Indikator dieser Problemlage.
Die friedensethische Diskussion innerhalb der Evangelischen Kirche Deutschlands habe durch den Ukrainekrieg wichtige Impulse erhalten, analysierte Felmberg. „Manche idealistische Vorstellungen, die sich 2019 auf der EKD-Synode bahngebrochen haben, müssen sich an der Realität dessen, was jetzt als Aggressionskrieg durch Putin vollzogen wird, messen lassen – und sich vielleicht entsprechend anpassen“, sagte der Militärbischof.
Die Friedensdenkschrift der EKD von 2007 sei eine gute Diskussionsgrundlage. „Aber wir müssen diese aktualisieren durch das, was wir jetzt erleben.“ Felmberg: „Wenn aus dem Vorrang von Zivil ‚nur Zivil’ wird, man also den Eindruck hat, du kannst jeden Konflikt auf der Welt nur zivil lösen, dann ist das etwas zu ideal gedacht.“ In diesem intensiv geführten aktuellen Dialog werde die „Stimme der Militärseelsorge gehört und wahrgenommen“.
Die Position der Evangelischen Militärseelsorge umriss Bischof Felmberg so: „Angesichts eines Aggressors, der ein anderes Land überfällt, muss man sehr klar sagen, dass dieses Land das Recht hat, sich zu verteidigen. Es ist völkerrechtlich geboten und erlaubt, dass diesem Land geholfen wird.“ Eine rechtzeitige zivile, wirtschaftliche Reaktion des Westens auf russische Militärgewalt in Georgien, Tschetschenien und auf der Krim wäre weitsichtig gewesen. „Das ist nicht erfolgt, und damit haben wir die Situation jetzt, wie sie ist“, bedauerte Felmberg.
Getragen wird die Evangelische Militärseelsorge von etwa 105 Geistlichen. Sie stehen als Ansprechpartner (vorrangig) den circa 55.000 Soldatinnen und Soldaten evangelischer Konfession sowie deren Familien zur Verfügung – insgesamt etwa 200.000 Menschen. „In der Evangelischen Militärseelsorge erleben wir ein sehr intensives evangelisches Christentum“, sagte Felmberg – und hob als positiven Begleiteffekt hervor: „Die Austrittstendenzen innerhalb der Militärseelsorge sind viel geringer als in der zivilen Kirche.“
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