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Der Stellvertreter des Bundesvorsitzenden, Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert (l.), vor dem Plakat an der Friedrichstraße in Berlin im Gespräch mit Wolf Gregis, einem der Initiatoren der Kampagne, sowie Bernhard Drescher vom Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V. und Björn Schreiber von Combat Veteran e.V. Foto: Marcel Bohnert
Wider das Desinteresse: Mit einer aufsehenerregenden Plakataktion machen deutsche Veteranen zum Volkstrauertag in Berlin auf die mangelnde Wahrnehmung des Afghanistan-Einsatzes und seiner Veteranen aufmerksam.
Berlin. An sieben Berliner S- und U-Bahnhöfen hängen sie, die neun Quadratmeter großen Plakate, die aufrütteln, die 400.000 Einsatz-Veteranen der Bundeswehr in Erinnerung rufen sollen. „20 Jahre Afghanistan – 20 Jahre Desinteresse“, so das Motto der Kampagne, die von den Veteranen Wolf Gregis und Piere Lindholm sowie weiteren Mitstreitern initiiert wurde.
„Unser Ziel bei der Kampagne ‚20 Jahre Afghanistan – 20 Jahre Desinteresse‘ ist es, einen visuellen Stolperdraht im öffentlichen Raum zu spannen. Die Plakate in Berlin fordern eine Positionierung ein, ob zustimmend oder ablehnend. Unsere Demokratie lebt von der aktiven Teilnahme ihrer Bürger – sie stirbt, wenn alles in Desinteresse und Gleichgültigkeit versinkt“, sagt Lindholm. Wolf Gregis ergänzt: „Die Kampagne zeigt auch die weitreichende Geschlossenheit von Soldaten und Veteranen sowie ihren Angehörigen und Freunden. Sie wird von einer breiten Basis getragen. Denn uns ist klar: Im Kern geht es um mehr als nur Desinteresse am Afghanistan-Einsatz. Es geht um Dienst und Einsatz grundsätzlich.“
Auf den schlichten Plakaten sind Worte, die aufrütteln sollen: „Als Mario ins Tor trifft, weint Deutschland. Als Sergej tödlich getroffen wird, ist es ein Mittwoch.“, ist etwa auf dem Plakat zu lesen, das im stark frequentierten U-Bahnhof Kochstraße/Checkpoint Charlie gegenüber vom Bahnsteig aufgehängt wurde.
Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert, Stellvertretender Bundesvorsitzender, zeigt sich angetan von der Aktion: „Derartige Initiativen von Veteranen können wir als Deutscher BundeswehrVerband nur begrüßen. Sie zeigen, dass sich eine wachsende Gruppe von Einsatzrückkehrern hierzulande Gehör verschaffen möchte. Das ist eine gute Voraussetzung für die Entstehung einer lebendigen Veteranenkultur. Die Politik muss jetzt handeln und endlich die Rahmenbedingungen dafür schaffen – so wie wir derzeit es gemeinsam mit den wichtigsten soldatischen Verbänden fordern.“ Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter www.wolf-gregis.de.
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