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Tallinn. Die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland haben sich gemeinsam gegen einen Abzug von US-Truppen aus Europa gestellt. Nach einem Treffen mit ihrem deutschen Kollegen Heiko Maas betonten die Außenminister der drei Länder, dass zur Abschreckung Russlands eher mehr als weniger US-Truppen in Europa notwendig seien. Sie reagierten damit auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Truppenstärke in Deutschland von derzeit rund 34 500 auf 25 000 Soldaten zu verringern.
«Es ist kein großes Geheimnis: Uns fehlen definitiv einige Fähigkeiten», sagte der litauische Außenminister Linas Linkevicius. Man setze dabei auf die Hilfe der Alliierten und würde sich auch mehr US-Soldaten im Baltikum wünschen - aber nicht auf Kosten der Stationierung in Deutschland. «Wir brauchen auf jeden Fall generell ein größeres Engagement der Amerikaner in Europa», sagte Linkevicius. Ähnlich äußerten sich seine Kollegen aus Estland und Lettland, Urmas Reinsalu und Edgars Rinkevics.
Trump hatte den Truppenabzug aus Deutschland unter anderem mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben des wirtschaftsstärksten Nato-Partners in Europa begründet. Einen Teil der Soldaten will er zurück in die USA holen, aber es sollen auch einige innerhalb Europas verlegt werden - unter anderem nach Polen. Die Bekanntgabe der Details wird in Kürze erwartet.
Die drei baltischen Staaten suchen seit ihrer wiedererlangten Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 den Schulterschluss mit den USA. Die drei Ostseestaaten gehören seit 2004 der Nato an und fühlen sich seit Beginn der Ukraine-Krise 2014 zunehmend von Russland bedroht. Zur Abschreckung Russlands schicken die USA immer wieder Soldaten zu Übungen in die drei Länder, haben aber keine Kräfte fest dort stationiert.
Auch die Nato hat ihre Präsenz in der Region verstärkt und jeweils gut 1000 Soldaten in die baltischen Staaten und Polen entsandt. In Litauen sind deutsche Soldaten stationiert.
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