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Abzeichen eines Militärrabbiners der US-Luftwaffe. Jetzt soll in Deutschland ein Vertrag über Militärseelsorge mit dem Zentralrat der Juden geschlossen werden. Foto: Lance Cheung, CIV YB-02
Berlin. Das Bundeskabinett hat Plänen zur Einführung von Militärrabbinern für die Bundeswehr zugestimmt. Die Ministerrunde beschloss am Mittwoch (11. Dezember) in Berlin, dass dazu ein Vertrag über Militärseelsorge mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland geschlossen werden soll. Für Soldaten gibt es in Deutschland und bei den laufenden Auslandseinsätzen bereits eine evangelische und katholische Seelsorge.
«Die Militärrabbiner werden die Bundeswehr bereichern. Sie werden sowohl als Seelsorger und Vertrauenspersonen für die Soldaten zur Verfügung stehen als auch über den lebenskundlichen Unterricht zur Gewissensbildung der Soldaten beitragen», erklärte der Präsident des Zentralrates, Josef Schuster. «Die Berufung von Militärrabbinern unterstreicht die Verankerung der Bundeswehr in unserer demokratischen Gesellschaft.»
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bezeichnete die Entscheidung als wichtiges Zeichen. «Nach rund 100 Jahren werden wir wieder jüdische Militärrabbiner in der Bundeswehr einrichten. Ein klares Bekenntnis: Jüdisches Leben ist selbstverständlich in unserem Land», schrieb die CDU-Politikerin auf Twitter.
Militärrabbiner sollten die «Seelsorge für jüdische Soldaten, aber auch für alle Soldaten, unabhängig von der Konfession, gewährleisten», hieß es in der Beschlussvorlage, die der dpa vorlag. Sie sollen demnach Aus- und Fortbildungen begleiten, Schriften zu ethischen Fragen verfassen und in die Bundeswehr als Institution hineinwirken. Der Bundestag muss dem Vorhaben erst noch zustimmen.
Die Bundeswehr dokumentiert die Religionszugehörigkeit ihrer Soldaten nicht. Schätzungen gehen davon aus, dass es etwa 300 Juden und rund 94 000 Christen in der Bundeswehr gibt. Die Zahl der Muslime wird auf 3000 geschätzt. Gespräche über eine Seelsorge auch für Muslime laufen, sind aber wegen der unterschiedlichen Organisationsformen der islamischen Glaubensverbände schwieriger.
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