Die Biker des Memorial Run 2024 bei ihrer Ankunft am Ehrenmal der Bundeswehr. Foto: DBwV/Yann Bombeke

Die Biker des Memorial Run 2024 bei ihrer Ankunft am Ehrenmal der Bundeswehr. Foto: DBwV/Yann Bombeke

11.05.2024
Von Yann Bombeke

Memorial Run: Mehr als 400 Veteranen fahren auf Motorrädern durch Berlin

Sie fielen auf, sie waren laut und sie waren viele: Zum Veteranenwochenende sind die Biker unter den Veteranen zum 14. Mal in Berlin unterwegs gewesen. Mit dabei, der stellv. Bundesvorsitzende Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert.

Berlin. Wie viele dabei waren? Das kann „Cowboy“, als Secretary des Recondo Vets MMC Germany für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, noch nicht sagen. „Das werden wir erst abschätzen können, wenn wir die Videos ausgewertet haben“, sagt „Cowboy“. Er geht von mindestens 400 bis 500 Teilnehmern aus, allesamt Veteranen, Mitglieder der bekannten deutschen Veteranenverbände, die auf ihren Motorrädern die Strecke vom Platz der Luftbrücke zum Ehrenmal der Bundeswehr am Bendlerblock zurücklegen.

Auf jeden Fall sind es mehr als im Vorjahr, als rund 320 Biker beim Memorial Run mitmachten. Mit eingerechnet sind die 15 bis 20 Maschinen der Berliner Polizei-Motorradstaffel. „Die Polizei macht jedes Jahr gerne mit“, sagt „Cowboy“. Kein Wunder: Der eine oder andere Polizist war in seinem früheren Berufsleben Soldat – das prägt. Denn die Kameradschaft, die bleibt ein Leben lang.

Was auffällt: Nicht nur deutsche Veteranen sind dabei, sondern auch Rumänen, Briten, Niederländer, Franzosen, Tschechen, Dänen, Polen und US-Amerikaner machen mit, zeigen ihre mit Verbandsabzeichen versehenen „Kutten“ voller Stolz – genauso stolz wie die Deutschen, ob sie nun von den Green Warriors, vom Bund deutscher Einsatzveteranen, von Veteranen Germany oder einem der vielen anderen Verbände kommen, die Schulter an Schulter mit dem Deutschen BundeswehrVerband gemeinsam für ihre Sache einstehen.

Am Ehrenmal angekommen, beeindruckt das Bild. Die ganze Hildebrandstraße steht voller Motorräder. In einer kurzen Zeremonie werden Kränze niedergelegt, es wird jener Kameradinnen und Kameraden gedacht, die im Dienst ihr Leben gelassen haben.

Ralf Bartzsch, Präsident der Recondo Vets, erinnert an die Anfänge, als sie sich mit einer Handvoll Motorräder auf den Weg machten, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. „Von Jahr zu Jahr wurden es dann mehr, und irgendwann konnte die Politik nicht mehr wegschauen.“

Und gerade im Laufe des vergangenen Jahres hat sich viel getan in Deutschland. Nach einer Art Initialzündung mit den Invictus Games im vergangenen September in Düsseldorf kam die Veteranensache endlich in der Politik an. Vor wenigen Wochen beschloss der Bundestag die Einführung eines Veteranentages, die Bundeswehr eröffnete bereits Anfang des Jahres ein Veteranenbüro. Meilensteine in der deutschen Veteranenpolitik. Mit Blick auf den Veteranentag, der Jahr für Jahr am 15. Juni gefeiert werden soll, sagt Bartzsch: „Die Politik hat uns den Ball zugespielt, jetzt müssen wir etwas daraus machen.“

Auch Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert wünscht sich, dass der Veteranentag mit Leben gefüllt wird. „Der Memorial Run und die parallele Zeremonie im Wald der Erinnerung sind inzwischen zu wichtigen Bestandteilen deutscher Veteranenkultur geworden. Wir müssen als Bewegung nun die Köpfe zusammenstecken und versuchen, diese und ähnliche Events ab 2025 um den 15. Juni herum zu bündeln. So können wir dem nationalen Veteranentag allmählich zum Leben verhelfen“, sagt der Stellvertretende Bundesvorsitzende.

Den Recondo Vets zollt Bohnert Respekt für die beharrliche und jahrelange Arbeit. „Der Memorial Run der Recondo Vets gehört zu den Veteranenevents der ersten Stunde und findet 2024 bereits im 14. Jahr statt. Mehr als 400 Biker unterschiedlicher Nationen, die sich mit ihren knatternden Maschinen mitten durch Berlin bewegen, erregen natürlich ein Menge Aufsehen und Aufmerksamkeit. Und genau das ist es, was die Veteranenbewegung braucht.“

Zeitgleich gedachten Veteranen auch im Wald der Erinnerung beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr der Gefallenen der Einsätze. Dort wurde auch ein Kranz des Deutschen BundeswehrVerbandes und der Soldaten und Veteranen Stiftung niedergelegt.

Bereits am Vortag hatte in der Villa Schützenhof in Spandau auf Initiative des Veteranenverbandes eine Lesung mit anschließendem Grillen stattgefunden. Hagen Vockerodt, Teamcaptain des deutschen Teams der Invictus Games 2022 in Den Haag, stellte dabei sein gerade erschienenes Buch „1638 Tage im Krieg. Die Kehrseite der Einsatzmedaille“ vor. Die Schilderungen seiner intensiven Auslandserfahrungen ließen bei den Zuhörern den Atem stocken.

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