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Ein Oberstabsgefreiter und Hauptgefreiter bei einer DBwV-Tagung mit Mannschaftsdienstgraden in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin am 3. Dezember 2018. Nach dem Oberstabsgefreiten wird der neue Dienstgrad Korporal eingeordnet. Foto: DBwV/Scheurer
Im Interview mit „Die Bundeswehr“ spricht Oberstabsgefreiter Sebastian Dikall unter anderem über seine Arbeit in der Verbandsschiedskommission und den neuen Dienstgrad Korporal.
Die Bundeswehr : Sie sind bei der Hauptversammlung 2017 in die Verbandsschiedskommission (VSK) des DBwV gewählt worden. Damals waren Sie bereits Vorsitzender einer Truppenkameradschaft und Mitglied im Gesamtvertrauenspersonenausschuss (GVPA) beim BMVg. Wie kommt es, dass Sie sich mit Anfang 30 noch weiterer Gremienarbeit verschrieben haben?
Sebastian Dikall : Wer etwas verändern will, muss bereit sein, an den Veränderungen mitzuwirken. Ich habe sehr früh erkannt, wie wichtig es ist, sich ehrenamtlich für Soldaten zu engagieren. Seit 2006 bin ich in unserer Truppenkameradschaft aktiv, seit 2014 bin ich der Vorsitzende. Für einen Mannschaftsdienstgrad mit Ende 20 ist dies mit vielen Herausforderungen verbunden. Die gelebte Kameradschaft in der Truppenkameradschaft, dem Bundeswehrverband möchte ich nicht mehr missen. Der Entschluss, mich zur Wahl als Mitglied in der Verbandsschiedskommission stellen, ist 2017 sehr spontan entstanden. Die Kandidaten aller zur Wahl stehenden Ämter gehörten der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere und Offiziere an. In keinem Amt im Bundesvorstand, bei den Revisoren oder der VSK stand ein junger Mensch, geschweige denn ein Mannschaftsdienstgrad zur Wahl.
Was sind die Aufgaben der VSK?
Die VSK entscheidet auf Antrag über die Rechtmäßigkeit von Verbandsausschlüssen, Amtsentbindungen und -enthebungen, Beschlüssen von Organen und den Vorständen des Verbandes auf örtlicher Ebene, sowie über Beschwerden gegen Wahlen innerhalb des Verbandes und Beschwerden gegen Mitglieder, die satzungsmäßige Aufgaben für den Verband wahrnehmen. Die VSK nimmt ihre Arbeit unabhängig, unparteiisch und ehrenamtlich wahr.
Wie blicken Sie auf die vergangenen vier Jahre zurück?
Es war eine interessante Arbeit. Ich persönlich habe auch einige Arbeitsabläufe im Verband besser zu verstehen gelernt. Unterm Strich muss die VSK bei den Mitgliedern bekannter werden. Nach vielen Gesprächen mit Kameradinnen und Kameraden muss ich feststellen, dass sehr vielen die VSK und ihre Arbeit nicht bekannt ist.
Seit Sie Soldat sind, sind Sie auch engagiertes Mitglied im DBwV. Wie kam es dazu und wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Bei meinem Dienstantritt im April 2002 gab es zwei Tage lang Präsentationen über Dienstrecht, Versicherung, DBwV, Ablauf der Grundausbildung und so weiter… Dort war das Thema Deutscher Bundeswehrverband für mich noch weit entfernt. Doch mit der Versetzung in meinen Stammtruppenteil lernte ich den DBwV besser kennen. Die Truppenkameradschaft vor Ort hat eine Informationsveranstaltung abgehalten, danach bin ich dem DBwV beigetreten. Zehn Jahre lang habe ich zwar bei allen Veranstaltungen der TruKa teilgenommen, war aber nicht im Vorstand der TruKa aktiv. 2012 habe ich dann beschlossen, als Schriftführer tätig zu werden, da in dem vorherigen Vorstand kein Mannschaftsdienstgrad tätig war. 2014 warf ich aus diesem Grund meinen Hut als Vorsitzender in den Ring. Seitdem bin ich der Vorsitzende der Truppenkameradschaft Donaueschingen, ich bin sehr stolz auf mein Team im Vorstand der TruKa. Jede Dienstgradgruppe ist vertreten, vom Infanteriezugführer, Kraftfahrer, Kompaniefeldwebel bis zum stellvertretenden Kommandeur. Alle arbeiten ohne Vorbehalte als Team zusammen.
Als Oberstabsgefreiter sind Sie gleich auf mehreren verschiedenen Ebenen der Interessenvertretung aktiv. Was sind die aktuell drängendsten Themen für die Mannschaftsdienstgrade?
An vielen Stellen wird der Ruf nach einem Berufssoldaten für Mannschaften laut. Der Korporal ist umstritten, viele sehen das Ziel dahinter nicht. Der DBwV ist mit dem Konzept des BS-Vario bereits auf einem guten Weg. Die Wahrnehmung des DBwV bei den jungen Mitgliedern muss allerdings noch verbessert werden.
Was kann der DBwV noch mehr für die jüngeren Menschen der Bundeswehr tun?
Die jungen Menschen müssen mehr mitgenommen werden. Der DBwV muss Kameradschaft leben. Aber auch die Themen Bildung und Qualifizierung sind sehr wichtig.
Es ist fast unmöglich, in Ihrem Alter mehr Verbandserfahrung zu besitzen. Wie meinen Sie, könnten mehr Jüngere für die Verbandsarbeit und das Ehrenamt begeistert werden?
Der DBwV muss sich mehr für Mannschaftsdienstgrade öffnen. Ich zum Beispiel habe in meinen Jahren im DBwV noch nie einen Mannschaftsdienstgrad in einem Präsidium bei einer Landesverbandssitzung gesehen. Das wäre ein Zeichen für „Alle sind gleich“.
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