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Die Tagung fand an den Hamburger Landungsbrücken auf der Rickmer Rickmers statt. Foto: DBwV/LV Nord
Kompaniefeldwebel tagten an Bord der Rickmer Rickmers.
Hamburg. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „LV Nord an Bord“ tagten Kompaniefeldwebel von Einberufungseinheiten auf dem Hamburger Großsegler Rickmer Rickmers. Auf Einladung des Landesvorsitzenden Nord befassten sie sich mit der aktuellen Verbandspolitik, vorrangig ging es aber um Sorgen und Nöte der Truppe. Zur Sprache kamen unter anderem Einberufungszahlen und Abbrecherquoten, Einstellungsuntersuchungen und die fehlende Betreuung. Oberst Thomas Behr suchte dazu das Gespräch mit den Kompaniefeldwebeln, die er als „Gradmesser für die Verbandsarbeit“ bezeichnete.
Die Aussagen der „Spieße“ deckten sich keineswegs immer mit der offiziellen Lesart. So wurde deutlich, dass die hohe Zahl an Abbrechern von bis zu 30 Prozent bei den Rekruten mehr den infrastrukturellen Zuständen in den Kasernen und der ungenügenden Digitalisierung geschuldet ist, als dem militärischen Dienst. „Die teils bedenkenswerten Umstände schrecken mehr ab, als der Kulturwandel vom Zivilisten zum Soldaten“, fasste Behr diese Umstände zusammen. Einer der Teilnehmer unterstrich dies ausdrücklich und machte deutlich: „Nicht wir bilden schlecht aus, es sind die materiellen Rahmenbedingungen sowie nicht vorhandene Betreuungseinrichtungen und -möglichkeiten an den Standorten.“
Auf den DBwV kann man zählen
Während der zweitägigen Veranstaltung betonten Teilnehmer immer wieder, dass sie auf den Deutschen BundeswehrVerband als ihre Plattform zählen. In offenen Aussprachen benannten sie Probleme in ihren Einheiten – sowohl jene einzelner Rekruten, als auch die der Vorgesetzten, die sie ausbilden. Dem Erziehungsauftrag in der Grundausbildung nachzukommen, ist für die Ausbilder nicht leichter geworden, Grenzen wurden durch Vorschriften und Anweisungen enger gesteckt. Dabei wurde nach Ansicht eines Spießes nicht immer genügend Spielraum für erzieherisches Handeln gelassen. Auch die körperliche Eignung war Thema, denn Teilnehmer berichteten von körperlich schlecht aufgestellten und nicht belastbaren Soldaten, die den Dienst in ihren Einheiten antreten.
Kritisiert wurde darüber hinaus, dass die Grundausbildung auch an Standorten durchgeführt werde, denen Voraussetzungen wie Übungsplätze und Schießanlagen fehlten. Durch den notwendigen Transport, so ein Kompaniefeldwebel, gehe deshalb wertvolle Ausbildungszeit verloren. Insgesamt wurde eine Menge an Problemen deutlich, die in den Einheiten nicht gelöst werden können. Die Nachwuchssituation ist schwierig, denn neben der demographischen Entwicklung konkurriert die Bundeswehr mit dem zivilen Arbeitsmarkt, der seinen Bewerbern viele Angebote machen kann. Die Streitkräfte werden da nur mithalten können, wenn jungen Frauen und Männern ein ordentliches Umfeld geboten wird. Das heißt: moderne Unterkünfte, digitale Anbindung und eine Betreuung, die den Namen dafür auch verdient. Darum, so wurde auf der Rickmer Rickmers deutlich, muss eine Menge geschehen – und das wesentlich schneller als bisher.
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