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Rund 70 Gäste begrüßte Bezirksvorsitzender Oberstabsfeldwebel a.D. Harald Lott zum Jahresempfang Baden-Württemberg in der Landessportschule Ruit. Foto: DBwV/Ingo Kaminsky
Nach der Bundestagswahl zu Beginn des Jahres und bewegten politischen Monaten danach begrüßte der Landesverband Süddeutschland am 25. November rund 70 Gäste zum Jahresempfang in der Landessportschule Ruit. Bezirksvorsitzender Oberstabsfeldwebel a.D. Harald Lott hieß Vertreter aus Politik, Bundeswehr, befreundeten Verbänden und Organisationen herzlich willkommen.
Landtagsabgeordnete würdigen Bundeswehr – unterschiedliche Stimmen zur Verteidigung
In ihren Grußworten würdigten die Landtagsabgeordneten verschiedener Fraktionen einhellig den Dienst der Soldaten sowie die Arbeit des Deutschen BundeswehrVerbandes als deren Interessenvertretung. Christian Gehring (CDU) betonte angesichts der Kriege in Ukraine und Nahost die Verantwortung der Politik für eine starke Bundeswehr. Peter Seimer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) unterstrich die Notwendigkeit umfassender Mittel für die Landes- und Bündnisverteidigung. Hans-Dieter Scheerer (FDP/DVP) hob hervor, wie wichtig es sei, die Bundeswehr stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken und jungen Menschen die Bedeutung von Freiheit und Wehrdienst zu vermitteln.
Klares Bekenntnis zur Bundeswehr und zur Zeitenwende
In seiner Ansprache würdigte Staatssekretär Thomas Blenke vom Innenministerium Baden-Württemberg die Bundeswehr und den Deutschen BundeswehrVerband als unverzichtbare Säulen der Sicherheitsarchitektur. Er erinnerte an die Versäumnisse der Vergangenheit, die aus der trügerischen Annahme eines dauerhaften Friedens resultierten, und stellte angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine fest: „Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht im Frieden.“ Blenke forderte eine starke Bundeswehr und betonte die Bedeutung von Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Blaulichtorganisationen. Innere und äußere Sicherheit seien untrennbar verbunden. Freiheit sei „kein staatliches Geschenk“, sondern verlange Einsatz und Opferbereitschaft aus der gesamten Gesellschaft. Mit seinem klaren Bekenntnis zur Bundeswehr und zum Nationalen Veteranentag unterstrich Blenke die Verantwortung der Politik, die Rahmenbedingungen für eine verlässliche Verteidigung und den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu schaffen.
Demokratie stärken, Zukunft gestalten – klares Zeichen für Wehrdienst und soziale Standards
Mit leidenschaftlichen Worten betonte Stabsfeldwebel a.D. Thomas Schwappacher eindrucksvoll das gelebte Demokratieverständnis des Deutschen BundeswehrVerbandes, das jüngst auf der 22. Hauptversammlung vor hochkarätigen Gästen unter Beweis gestellt wurde - nicht zuletzt durch die Neuwahl des Bundesvorstands und das von den Delegierten erarbeitete Lastenheft für die kommenden Jahre. In der aktuellen Wehrdienstdebatte positioniert sich der Verband klar: Ein verpflichtendes und zukunftsfähiges Wehrdienstmodell ist unerlässlich, denn Freiwilligkeit allein werde für den dringend benötigten Aufwuchs der Bundeswehr nicht ausreichen. Das derzeit diskutierte Wehrdienstmodernisierungsgesetz lobte der erste Stellvertreter des Bundesvorsitzenden als wichtigen ersten Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig mahnte Schwappacher, dass bei allen Anstrengungen zur Befähigung der Bundeswehr für die Landes- und Bündnisverteidigung die sozialen Rahmenbedingungen für die Menschen der Bundeswehr nicht ins Hintertreffen geraten dürfen. Ein Artikelgesetz „Aufwuchs“ müsse gezielt Verbesserung in den Fokus rücken – denn nur mit starken sozialen Standards bleibt die Bundeswehr ein verlässlicher Pfeiler unserer Demokratie. Mit einem optimistischen Ausblick auf den 70. Gründungstag des DBwV am 14. Juli 2026 schloss Schwappacher seine Ansprache und rief dazu auf, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.
Landesvorsitzender Oberstleutnant a.D. Josef Rauch appellierte im Schlusswort an die Politik, die notwendigen, ausstehenden Entscheidungen für den personellen und materiellen Aufwuchs der Streitkräfte zu treffen: „Es geht um die Sicherheit Deutschlands!“ Mit einem Dank an alle Unterstützer rief Rauch dazu auf, weiterhin fest an der Seite der Menschen in der Bundeswehr zu stehen.
Den feierlichen Abschluss bildete das gemeinsame Singen der Nationalhymne, musikalisch begleitet vom Bläserquartett des Heeresmusikkorps Koblenz unter Leitung von Hauptfeldwebel Sven Haas – ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und die Werte der Bundeswehr.
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