von links: Oberstleutnant d.R. Roderich Thien, Vorsitzender Lachen Helfen e. V., Hauptmann Laura Paul, Mitglied im Vorstand von Lachen Helfen e. V., DBwV-Chef André Wüstner. Foto: DBwV

von links: Oberstleutnant d.R. Roderich Thien, Vorsitzender Lachen Helfen e. V., Hauptmann Laura Paul, Mitglied im Vorstand von Lachen Helfen e. V., DBwV-Chef André Wüstner. Foto: DBwV

13.10.2016
DBwV

Das beste Rezept gegen Armut und Gewalt

„Es gibt eine Liege und einen Schreibtisch für den Arzt: Das ist der Behandlungsraum. Diesen Zustand mit dem deutschen Gesundheitswesen zu vergleichen, ist schlicht unmöglich“, schildert Major Carsten S. seine Eindrücke vom Helena-Center in Erbil. Es ist das erste Krankenhaus, das 1993 für Kinder mit Behinderungen erbaut wurde. Seitdem wurde nicht mehr investiert: „Das Gebäude lebt von der Substanz: Die ganze Einrichtung ist verschlissen“, so der 38-jährige Soldat weiter. Die fehlende Gesundheitsversorgung und die hohe Armut bedrohen die Menschen in Erbil unmittelbarer als der Krieg, dessen Frontlinie 50 Kilometer weit entfernt verläuft.

Orthesen helfen
Trotz akuten Geldmangels versucht die kurdische Krankenhausleitung, das Center aufrechtzuerhalten und betreibt unter anderem eine Werkstatt, in der Orthesen hergestellt werden. Kinder bekommen hier kostenlos maßgefertigte Schienen für Knochenbrüche aller Art. Diese Schienen werden aus Hartplastikplatten hergestellt, die durch Erhitzung in die entsprechende Form gebracht werden: Eine Platte kostet rund 100 Euro.
Zu teuer, um solche Platten immer auf Lager zu haben. Also bekommen Kinder Schienen nur, wenn es im Center diese Platten gibt. Zehn davon hat Carsten S. mit einer Spende des Vereins Lachen Helfen e. V. gekauft, damit die Herstellung der Schienen für die Kinder weitergeht: eine kleine, aber effektive Hilfe.

Soldat mit Ehrenamt
Die Spende für das Helena-Center in Erbil ist ein Beispiel von vielen und zeigt, wie die Arbeit des gemeinnützigen Vereins Lachen Helfen e. V. funktioniert: Der Verein spendet ausschließlich für Kinder in Krisen- und Kriegsregionen, in denen die Bundeswehr im Einsatz ist. Um seine Spenden so effektiv wie möglich zu platzieren, arbeitet Lachen Helfen eng mit „Cimicern“ wie Carsten S. von der zivil-militärischen Zusammenarbeit der Bundeswehr (ZMZ Bw) zusammen.

Sie nutzen seinen Kontakt zur Zivilbevölkerung: „Wir arbeiten eng mit dem Einsatzführungskommando und dann mit den Cimicern vor Ort zusammen, um die Zukunftsfähigkeit jeder Investition zu garantieren“, so Roderich Thien, Oberstleutnant der Reserve und Vorsitzender des Vereins, der 1996 gegründet wurde.

20 Jahre Lachen Helfen e. V.
„Es begann mit ganz spontanen Hilfen der Soldaten im ehemaligen Jugoslawien: Soldaten teilten Essenrationen und Bekleidung, sie organisierten Kuscheltiere, um den zum Teil traumatisierten Kindern Vertrauen und das Lachen zurückzugeben.“ Aus diesen spontanen Aktionen im Balkan-Einsatz entwickelten sich immer größere Projekte: „Am Ende zählte Lachen Helfen 130 Fahrten mit einem 40 Tonnen großen Lkw voll mit privaten Sachspenden“, so Thien weiter.

Mit zunehmenden Erfahrungen in dem Bereich wurde der Verein professioneller und stellte sich breiter auf. Seit 2001 hilft der Verein auch in Afghanistan und setzt nun nicht mehr nur auf Sachspenden, sondern auf den Bau von ganzen Einrichtungen. Architekten und Bauingenieure werden herangezogen, um mit finanziellen Spenden Waisenhäuser, Kindergärten, Kleinstkrankenhäuser – sogenannte „Basic Help Center“ – und Schulen zu bauen.
„Verträge werden mit den Leuten vor Ort gemacht.

Bei einem Bau einer Schule beispielsweise zahlen wir nur nach Baufortschritt.“
Bis heute hat der Verein in Afghanistan 17 Schulen gebaut und nach Angaben von Roderich Thien keine einzige an die Taliban verloren. Darauf ist er besonders stolz: „Wir investieren unsere Spenden in Bildung, das ist das beste Rezept gegen Armut und Gewalt.“

Lachen Helfen hat in den 20 Jahren mehr als drei Millionen Euro Spenden gesammelt und damit mehr als 500 Projekte unterstützt. Aber die Liste ist lang: Demnächst wird der Verein auch im Sudan und in Mali Projekte fördern. Für das Helena-Center in Erbil hat der Verein Lachen Helfen weitere Hilfe zugesagt: 40 000 Euro soll das Krankenhaus bekommen, damit es erweitert werden kann.

Auch DBwV-Chef André Wüstner ist von dem Konzept begeistert: „Ein Verein mit ganz großem Herzen, wie ich selbst in meinen eigenen Einsätzen beobachten konnte. Lachen Helfen e. V. hilft tatsächlich und zwar in einzigartiger Art und Weise."

 

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