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Per Eisenbahntransport werden Gefechtsfahrzeuge aus zu den Verbänden der Panzergrenadierbrigade 37 nach Sachsen und Thüringen gebracht. Foto: Bundeswehr/Alexander Klebba
Seit dem Sommer 2020 bereitet sich die Panzergrenadierbrigade 37 auf die Führung der Schnellen Nato-Eingreiftruppe (Very High Readiness Joint Task Force VJTF) im Jahr 2023 vor. Zeit also für das Heer, Ende letzter Woche eine Bestandsaufnahme zu veröffentlichen. Demzufolge seien bereits 100 Prozent der geplanten Brückenlegepanzer Leguan beim Panzerbataillon 701 in Gera eingetroffen – also drei Stück – und auch in anderen Bereichen der Panzergrenadierbrigade 37 sei bereits ein besonders deutlicher Materialzulauf zu verzeichnen. „Insbesondere bei dem Gepanzerten Transportkraftfahrzeug Boxer, dem Transportpanzer Fuchs, dem Führungs- und Funktionsfahrzeug Eagle IV und dem Allschutz-Transportfahrzeug Dingo sind deutlich mehr Fahrzeuge verfügbar. Diese Kapazitäten kommen direkt in der Truppe an“, betont Major Karsten Gaebel, Abteilungsleiter Logistik im Stab der Brigade 37.
Doch auch die veröffentlichte Bestandsaufnahme lässt keinen Zweifel daran, dass die Kapazitäten nur darum in der Truppe ankommen, weil sie aus anderen Brigaden abgezogen werden. Eine Tatsache, die SPD-Politiker Wolfgang Hellmich, seit 2015 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, bereits im Januar bei einem Interview mit dem DBwV ansprach: „Nach meiner Bewertung wird die VJTF 2023 zwar wesentlich besser ausgestattet sein als die im Jahr 2019. Aber eine komplette eigenständige Vollausstattung scheint zurzeit nicht erreichbar zu sein, obwohl das Ziel vom BMVG beharrlich ausgegeben wird.“
Auch der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, findet in einem in einem Artikel für den Förderkreis des Deutschen Heeres e. V. vom 18. Februar 2021 deutliche Worte: „Wir haben in den vergangenen Jahren einiges erreicht, insbesondere die bis Jahresende abgeschlossene Einrüstung eines ebenenübergreifenden Battle Management Systems ist ein qualitativer Sprung in der Führungsfähigkeit. Es ist uns aber leider erneut nicht gelungen, die Panzergrenadierbrigade 37 aus sich heraus für ihren Auftrag auszurüsten.“ Ein Fakt, der Mais eindeutig nicht in den Kram passt, „denn Materialverschiebungen schmerzen besonders, wenn die abgebende Truppe dadurch in ihren Ausbildungsmöglichkeiten Abstriche hinnehmen muss.“
Nach 2015 und 2019 wird also auch in der dritten deutschen Rotation 2023 die Ausrüstung und das Material im gesamten Heer zusammengekratzt werden und zwar in einem gigantischen Logistik-Aufwand. „Für die Verschiebung der mehr als 1.000 Fahrzeuge haben wir einen Gesamtzeitansatz von 73.440 Stunden beziehungsweise 8.160 Arbeitstagen oder 32 Jahren und 5 Monaten berechnet“, berichtet Hauptmann Lars Hagenstein, der für die erforderlichen Materialverschiebungen in Vorbereitung auf den VJTF-Einsatz 2019 mitverantwortlich war. Wobei sich diese Auflistung damals nur auf die Übergabe von Fahrzeugen bezog, die Verschiebung von Handwaffen, Nachtsichtgeräten und Spezialwerkzeugen war dort noch gar nicht eingerechnet.
Kleiner Lichtblick für die Logistiker der Panzergrenadierbrigade 37: Die Verschiebungen jetzt haben angeblich einen erheblich geringeren Umfang als noch im Jahr 2019. Genaue Vergleichszahlen sucht man leider in den Berichten vergebens.
Lesen Sie HIER den vollständigen Bericht zur Bestandsaufnahme in der Panzergrenadierbrigade 37.
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