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Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Feldwebelin, Bootsfrau, Generalin: Kommen jetzt die weiblichen Dienstgrade? Die Entscheidung liegt bei der Verteidigungsministerin. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt
Berlin. Es gibt viele Dinge, die der militärischen Führung derzeit Kopfzerbrechen verursachen sollten: Das zunehmend schwierigere Verhältnis mit dem mächtigsten Verbündeten, zerstrittene Nato-Partner an der Südost-Flanke, Corona – um nur ein paar zu nennen. Da kam der jüngste Vorstoß aus dem Bendler-Block tatsächlich einigermaßen überraschend: Noch vor Ablauf der Legislaturperiode sollen bei der Bundeswehr weibliche Dienstgradbezeichnungen eingeführt werden.
Wie die „Welt“ berichtet, haben sich darauf die Teilnehmer eines vertraulichen Tischgesprächs geeinigt. Die Herren, Staatssekretär Gerd Hoofe sowie die Abteilungsleiter Personal und Führung Streitkräfte, die Generalleutnante von Heimendahl und Rohrschneider, hielten demnach fest: Hauptmann und Oberst werden zwar nicht gegendert, wohl aber soll es künftig beispielsweise eine Feldwebelin, eine Bootsfrau und eine Brigadegeneralin geben. Und: Vor Inkrafttreten der Änderung solle es einen Übergangszeitraum von einem Jahr geben, in dem die neuen Bezeichnungen schon genutzt werden können. Die Verteidigungsministerin selbst soll erst am 15. September eine Vorlage zur Entscheidung auf den Tisch bekommen.
Überraschend an diesem Vorstoß ist gleich zweierlei. Das erste: Er wurde ausgearbeitet, obwohl es augenscheinlich kein Bedürfnis bei den Frauen in der Bundeswehr gibt, ihre Dienstgrade zu verändern. Es gibt keine entsprechenden Forderungen, und auch in der Debatte nach Bekanntwerden der Planungen bleibt der Tenor strikt ablehnend. Eine Blitzumfrage unter Mandatsträgerinnen des DBwV ergab: Nur 8,5 Prozent der Befragten fanden das Gendern von Dienstgraden wichtig. Das hätten die Urheber dieses Plans übrigens wissen können: Schon Kramp-Karrenbauers Vorgängerin hatte sich mit dem scheinbar populären Vorschlag befasst, wurde aber von ihren Beratern darüber informiert, dass die Mehrheit der Frauen in der Bundeswehr genderspezifische Dienstgrade ablehnte.
Das zweite: Anders, als es bei einem auf den ersten Blick zeitgemäßen und politisch korrekten Vorhaben zu erwarten gewesen wäre, ist das Echo durch die Bank negativ. Die „Welt“ zitiert die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Es sei „völlig egal“, ob es weibliche Dienstgradbezeichnungen gebe. Ihre SPD-Kollegin Siemtje Möller sagte dem Blatt: „Ein gegenderter Dienstgrad ist nice to have, behebt aber die Mängel in der Ausrüstung gerade für Frauen nicht.“ Die „Bild“ zitiert den verteidigungspolitischen Sprecher der Union, Henning Otte (CDU): Die Debatte gehe „an der Truppe vorbei. Wir brauchen einsatzbereite Streitkräfte und jetzt keine Diskussion über genderkonforme Dienstgradbezeichnungen von Soldaten.“ Der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner sieht das ähnlich:
„Wenn unsere Kameradinnen nachweislich mehrheitlich das Bedürfnis hätten, ihre Dienstgrade mit einer weiblichen Endung zu tragen, dann wäre es sicher eine gute Idee, dem nachzukommen. Tatsächlich kennen wir allerdings fast nur Frauen, die eine solche Änderung ablehnen. Allen Soldaten, männlich wie weiblich, sind dagegen andere Dinge wichtig: Endlich moderne Ausrüstung, endlich eine Steigerung der materiellen Einsatzbereitschaft.“
Wer jetzt eine solche Gender-Debatte lostrete, so Wüstner, der erwecke in der Truppe den fatalen Eindruck, „endgültig jeglichen Bezug zu den von Mangelverwaltung geplagten Streitkräften verloren zu haben.“
Der Ministerin rät Oberstleutnant Wüstner, schnellstmöglich den Druck vom Kessel zu nehmen. „Was wir überhaupt nicht gebrauchen können, ist erneut eine Entscheidung ohne Einbindung der Truppe oder in diesem Fall gar gegen die Mehrheit der Soldatinnen.“
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