Alice Weidel und Alexander Gauland führen die AfD in den Wahlkampf Foto: dpa

Alice Weidel und Alexander Gauland führen die AfD in den Wahlkampf Foto: dpa

24.04.2017

AfD zieht mit ungleichem Duo in den Wahlkampf

Köln. Die AfD zieht mit einem nationalkonservativ ausgerichteten Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf und stellt Parteichefin Frauke Petry ins Abseits. Der Parteitag kürte den Vizevorsitzenden Alexander Gauland mit starkem Rückhalt im rechtsnationalen Lager und Vorstandsmitglied Alice Weidel zum Top-Tandem für den Wahlkampf. Petry scheiterte dagegen in Köln mit dem Versuch, die Partei auf einen "realpolitischen" Kurs einzuschwören.

Weidel zeigte sich vor Delegierten am Sonntag zuversichtlich, dass die AfD im Mai in die Landesparlamente in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen einziehen werde und im September in den Bundestag. "Wir sind stärker als je zuvor". Weidel gilt zwar als Vertreterin des wirtschaftsliberalen Flügels. In Köln blies sie jedoch in das gleiche Horn wie der Co-Parteivorsitzende Jörg Meuthen, der beklagt, er sehe in den Städten immer weniger Menschen mit deutschen Wurzeln. Weidel sagte, die AfD werde Opposition gegen eine "unverantwortliche Migrationspolitik" machen und die deutsche Identität bewahren.

Petry will sich die Entwicklung bis zum Herbst ansehen


Gauland betonte: "Wir wollen das Land behalten, das wir von unseren Müttern und Vätern ererbt haben." Und: "Wir sind stolz, Deutsche zu sein." Die AfD-Vorsitzende selbst hatte nach wochenlangem Tauziehen vor einigen Tagen überraschend erklärt, sie stehe nicht als Spitzenkandidatin zur Verfügung.

Die AfD verabschiedete bei dem von Protesten begleiteten Parteitag auch ihr Programm für die Bundestagswahl im September. Darin spricht sich die Partei gegen eine "ungeregelte Massenimmigration in unser Land und in unsere Sozialsysteme" aus. Integration sei eine Bringschuld der Migranten - diese müssten sich "anpassen". Deutschland solle den Euro-Raum verlassen. Für die Wiedereinführung der D-Mark müssten rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden. Familien sollten gestärkt werden.

Petry zeigte sich trotz ihrer Schlappe zuversichtlich, dass ihr die Partei noch folgen werde. Sie will die AfD mittelfristig koalitionsfähig machen. "Ich glaube, dass die Partei aufwachen wird und sehen wird, dass eine Orientierung nach innen für eine Partei, die gewählt werden will, nicht ausreicht", sagte sie im ZDF. Vor Journalisten in Köln betonte sie, sie wolle der AfD vorerst nicht den Rücken kehren. Auf die Frage, ob es noch ihre Partei sei, antwortete sie: "Ich werde mir bis zum Herbst ansehen, wie sich das weiter entwickelt."

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